Am Leipziger Flughafen ist nach Angaben eines Nato-Sprechers eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs sichergestellt worden. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen vom Morgen soll an der Drohne ein Sprengstoff mit Zünder befestigt gewesen sein. Zuvor hatte „Bild“ über den Vorfall berichtet. Die Polizei habe das Fluggerät gesichert, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die Drohne war demnach kurz vor Mitternacht nahe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine bemerkt worden. Die Bundespolizei war deshalb am frühen Morgen im Einsatz. Auch ein Sprengstoffroboter wurde genutzt. Inzwischen sei die Drohne mit einem Röntgengerät untersucht worden. Ob eine kontrollierte Sprengung erfolgte, war zunächst unklar. Der Frachtbereich sei räumlich vom Vorfeld für Passagiermaschinen getrennt, teilte eine Flughafensprecherin mit.Der Chef des Logistikkonzerns DHL, Tobias Meyer, sprach von einem Zwischenfall. „Das hatte betriebliche Auswirkungen“, die „durchaus spürbar“ gewesen seien, sagte Meyer in einem Mediengespräch. Untersuchungen müssten nun zeigen, was genau an dem Flughafen vorgefallen sei. Leipzig/Halle ist ein wichtiges Drehkreuz für DHL.Ebenfalls in der Nacht kam es einem Insider zufolge zu einer Kollision in der Luft. Eine DHL-Frachtmaschine sei kurz nach dem Start in Leipzig mit einem unbekannten Gegenstand zusammengestoßen, sagte ein mit dem Vorgang Vertrauter. Der „Bild“-Zeitung zufolge ereignete sich der Zusammenstoß rund sechs Kilometer vom Flughafen entfernt in 400 Metern Höhe, nachdem die Maschine wegen der Sperrung hatte durchstarten müssen. Das Flugzeug konnte jedoch sicher in Hannover landen. Dort wurden leichte Beschädigungen im Frontbereich festgestellt. Ob es sich um eine Kollision mit einer Drohne handelte, war zunächst unklar.Der Flugverkehr war wegen des Drohnenvorfalls am Boden zwischenzeitlich eingestellt worden. Eine Passagiermaschine sowie mehrere Frachtflieger wurden auf andere Flughäfen umgeleitet, wie die sächsische Landespolizei mitteilte. Der Flugverkehr läuft inzwischen wieder, ein Teil des Flughafens ist aber noch gesperrt.„Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht“, sagte ein Polizeisprecher. Der Flugverkehr wurde den Angaben zufolge um 01.55 Uhr wieder aufgenommen und läuft seitdem vollständig über die Nordpiste des Flughafens, während an der Südpiste nach Spuren gesucht wird.Bei der umgeleiteten Passagiermaschine handelte es sich um einen verspäteten Flug aus Palma de Mallorca. Die Maschine wurde nach Angaben des Polizeisprechers und des Flughafens in der Nacht nach Nürnberg umgeleitet.Die wachsende Zahl von Drohnensichtungen führt an deutschen Flughäfen zu rasant steigenden Kosten. Im vergangenen Jahr wurden 226 Drohnenvorfälle gemeldet, zeigt eine Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Davon führten 116 zu Voll- und Teilsperrungen an 25 Flughäfen, die Kosten für den Luftverkehr beliefen sich auf geschätzt 60 Millionen Euro. Berücksichtige man Folgekosten aus Verzögerungen und gestörten Umläufen sowie Flugannullierungen wegen Drohnensichtungen, steige der Schaden auf bis zu 160 Millionen Euro. (AFP/dpa/Reuters)
Mit Sprengstoff und Zünder bestückt: Drohne nahe ukrainischem Flugzeug legt Flugverkehr in Leipzig/Halle zeitweise lahm
Nach der Sichtung einer Drohne wurde der Flugverkehr in Leipzig/Halle zwischenzeitlich unterbrochen. Aus Sicherheitskreisen heißt es: An dem Fluggerät sei zerstörerische Ladung befestigt gewesen.










