PfadnavigationHomePanoramaICE-Brand im Tunnel„Wäre das hier echt, wären längst alle tot“ – Groß angelegte Rettungsübung endet im DesasterStand: 03:33 UhrLesedauer: 2 MinutenDie Komparsen wurden irgendwann dann doch noch gerettetQuelle: Jacob Schröter/dpaIn Thüringen wurde ein ICE-Brand in einem Tunnel simuliert, 30 Passagiere sollten gerettet werden. Die Einsatzkräfte trafen dabei viel zu spät ein. Beobachter zeigten sich fassungslos.Eine groß angelegte Rettungsübung in Thüringen ist am Wochenende gehörig schiefgelaufen. Mehr als 250 Einsatzkräfte übten einen Einsatz im 1320 Meter langen Eisenbahntunnel Sandberg bei Traßdorf (Ilm-Kreis). Simuliert wurde der Brand eines ICE mit rund 100 als Zugpassagiere eingesetzten Komparsen. Etwa 30 Komparsen sollten von den Einsatzkräften aus dem Tunnel gerettet werden. Doch bei der Übung kam es zu erheblichen Verzögerungen: Die ersten Einsatzkräfte trafen nach einem Bericht des Lokalportals „InSüdthüringen“ erst zwei Stunden und sieben Minuten nach dem Notruf des Lokführers ein. Geplant war das Eintreffen eigentlich nach zehn bis 25 Minuten. „Der Endgegner im Tunnel ist die Zeit“, hatte Marc Stielow, Branddirektor im Thüringer Innenministerium, vor der Übung noch gesagt. Offenbar wurden die Alarmierungen deutlich zu spät weitergegeben. Nach dem Bericht von „InSüdthüringen“ setzte der Lokführer den Notruf planmäßig um 10.15 Uhr an die Bahnleitstelle ab. Von dort sei die Rettungsleitstelle Mittelthüringen aber erst 30 Minuten später über den „Notfall“ informiert worden. Weitere 30 Minuten später seien dann die Feuerwehren alarmiert worden. „Wäre das hier echt, wären längst alle tot“, sagte ein Feuerwehrexperte dem Portal. Eine Panne gab es auch bei der Warnung der Bevölkerung. Hinweise über die Apps Nina und Katwarn erreichten nach Angaben der Verantwortlichen nicht alle Nutzer.Die Beobachter der Übung sollen sich vor Ort fassungslos gezeigt haben. Unter anderem waren Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) und Ilm-Kreis-Landrätin Petra Enders (parteilos) vor Ort. „Bei der Alarmierung ist etwas schiefgegangen“Daniel Baumbach, Sprecher des Thüringer Innenministeriums, bestätigte die Verzögerungen gegenüber „Bild“. „Ja, es gab ein deutlich verspätetes Eintreffen mehrerer Tunnelbasiseinheiten. Bei der Alarmierung ist etwas schiefgegangen“, sagte er. Nun soll es eine Auswertung der Fehlerkette geben. „Eine Übung ist ja dazu da, Fehlerquellen aufzudecken, damit es im Ernstfall dann funktioniert“, sagte Baumbach. Eine Verantwortung des Innenministeriums schloss er gegenüber „Focus“ aus. Lesen Sie auchDie Übung fand während einer planmäßigen Streckensperrung für Instandhaltungsarbeiten statt. Eine ähnlich große Tunnelübung hatte zuletzt 2019 stattgefunden. Der Tunnel gehört zur 107 Kilometer langen ICE-Strecke zwischen Nürnberg und Erfurt. 41 Kilometer der Strecke verlaufen durch Tunnel.luwi mit dpa
Thüringen: „Wäre das hier echt, wären längst alle tot“ – Große Rettungsübung endet im Desaster - WELT
In Thüringen wurde ein ICE-Brand in einem Tunnel simuliert, 30 Passagiere sollten gerettet werden. Die Einsatzkräfte trafen dabei viel zu spät ein. Beobachter zeigten sich fassungslos.












