Feuerwehr und Rettungskräfte aus ganz Thüringen übten im Eisenbahntunnel Sandberg im Ilm-Kreis am Wochenende den Ernstfall. „Die Übung hat Schwachstellen in der Melde- und Alarmierungskette offengelegt, die wir sehr ernst nehmen“, sagte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD). „So etwas wie am Samstag darf es nicht noch einmal geben.“ Dafür müssten alle beteiligten Organisationen zusammenarbeiten.Nach Angaben der Zeitung Freies Wort dauerte es mehr als zwei Stunden, bis die ersten Rettungstrupps nach der Feuermeldung eintrafen. Wie das Innenministerium mitteilte, gab es nach vorläufigem Stand Verzögerungen bei der Übermittlung des Übungsnotrufs sowie bei der Alarmierung der Feuerwehr.Zudem habe es einen technischen Defekt sowie reale Einsätze, darunter zwei schwere Verkehrsunfälle auf der Autobahn, gegeben. Einzelne Einheiten hätten zudem aufgrund einer zuvor veränderten Einsatzplanung längere Anfahrtswege gehabt. Die genauen Abläufe würden weiter ausgewertet, hieß es.Ein Erkundungstrupp hat einen Komparsen, der eine verletzte Person darstellt, gefunden. Jacob Schröter/dpaEinsatz von Faxgeräten „nicht mehr zeitgemäß“Auch die Landrätin des Ilm-Kreises, Petra Enders, sprach von Problemen bei der Übung. „Diese hat gezeigt, dass es noch große Defizite gibt“, sagte sie in einem Statement. Aus ihrer Sicht habe es erhebliche Probleme bei der Kommunikation gegeben.Enders kritisierte den Einsatz von Faxgeräten. Sie sprach von Alarmierungswegen innerhalb der Thüringer Leitstellen via Fax. „Ein Fax halte ich für nicht mehr zeitgemäß“, erklärte die Kommunalpolitikerin.