Nach dem Debakel bei der Rettungsübung im Sandbergtunnel an der ICE-Trasse durch den Thüringer Wald wird in Thüringen über Konsequenzen diskutiert. Der Großeinsatz am Wochenende im Ilm-Kreis hatte erhebliche Schwachstellen in der Melde- und Alarmierungskette offengelegt. Dadurch kam es zu erheblichen Verzögerungen. Innenminister Georg Maier (SPD) sieht einen Grund für die Probleme unter anderem in der kleinteiligen Struktur der Rettungsleitstellen im Freistaat.
Katastrophenschutz aktuell in der Zuständigkeit der KommunenDas Land setzt sich seit Längerem für eine Zentralisierung der derzeit zwölf Thüringer Rettungsleitstellen nach dem Vorbild der Polizei ein und will vier oder fünf größere Leitstellenverbünde schaffen. Katastrophenschutz fällt in die Zuständigkeit der Kommunen. Der Freistaat kann daher Zusammenschlüsse nicht anordnen und setzt deshalb auf Kooperationen und freiwillige gemeinsame Lösungen, die finanziell unterstützt werden.
Größere Leitstellen könnten Personal flexibler einsetzen, mit einheitlicher Technik arbeiten und Meldewege vereinfachen. Gerade in außergewöhnlichen Einsatzlagen brauche es Strukturen, die auch unter hoher Belastung zuverlässig funktionierten, sagte Maier. »Die Kleinteiligkeit in diesem Gefahrenbereich ist keine gute Idee.«Der Minister appellierte deshalb erneut an die Landkreise und kreisfreien Städte, bestehende Kooperationen auszubauen und sich zu größeren Leitstellenverbünden zusammenzufinden.










