Trinken, aber richtig – so bleiben Sie bei Hitze leistungsfähigWer unsicher ist bezüglich Flüssigkeitszufuhr, kann sich an einige Grundsätze halten. Wichtig ist, es nicht zu übertreiben. Wie das geht, erklärt der Experte.Samuel Mettler09.08.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenBei Hitze ist es für Sportler besonders wichtig, regelmässig zu trinken.iStockphotoAb ins Training. Aber wie viel soll dabei getrunken werden? Trinken verhindert ein zu grosses Flüssigkeitsdefizit und stillt das Durstgefühl. Beides hängt zusammen. Auch beim Menschen ist das Durstgefühl ein erstaunlich guter Indikator für den Flüssigkeitsstatus und den Trinkbedarf.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Zentral ist aber, dass man regelmässig Zugriff auf eine Trinkmöglichkeit hat. Wer sich bei auftretendem Durst zu überlegen beginnt, wo es eine Flüssigkeitsquelle geben könnte, trinkt nicht gemäss Durst, sondern hat vergessen, das Trinken zu organisieren.Grundsätzlich kann ein gesunder Mensch selbst im Sommer eine Stunde trainieren, ohne dabei trinken zu müssen. Wer eine Jogging-Runde ohne Getränk absolviert und sich nicht unangenehm durstig fühlt, darf das Trinken auf danach verschieben. Wenn es länger dauert, unterstützt Trinken aber gerade im Sommer Wohlbefinden und Leistung. Es geht nicht darum, jeden Tropfen Schweiss sofort zu ersetzen, sondern die Flüssigkeitsbilanz in einem sinnvollen Bereich zu halten.Für die Praxis helfen drei Orientierungspunkte:1. Man kann gemäss Durst trinken – vorausgesetzt, Getränke sind bereitgestellt und regelmässig verfügbar.2. Sinnvolle Trinkmengen liegen im Sport bei zirka drei bis acht Dezilitern pro Stunde. Mehr ist möglich, muss aber angewöhnt werden, sonst steigt das Risiko, dass sich Flüssigkeit im Magen unangenehm bemerkbar macht.3. Wer es genauer steuern will, wiegt sich vor und nach dem Sport mit möglichst wenig Kleidung. Die Differenz entspricht ungefähr dem Flüssigkeitsverlust. Verluste bis rund zwei Prozent des Körpergewichts gelten allgemein als akzeptabel. Leistungssportler tolerieren teilweise grössere Defizite. Ist eine höhere Trinkmenge möglich, kann man versuchen, das Defizit zu reduzieren.Umgekehrt kann es Leistung und Gesundheit beeinträchtigen, wenn man mehr als nötig trinkt. Wer nach Belastung mehr wiegt als vorher, hat problematisch viel getrunken und sicher mehr als gemäss Durst.Im Training eine Trinkflasche bei sich zu haben, ist also nicht nur im Sommer meist eine gute Idee. Trinken sollte jedoch Hilfsmittel bleiben und nicht selbst zum Wettkampf werden. Denn nicht die grösstmögliche Menge gewinnt, sondern die passende.Samuel Mettler ist Ernährungs- und Sportwissenschafter an der Berner Fachhochschule und Berater im Spitzensport.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel