Der Easy-Jet-Gründer Stelios Haji-Ioannou bleibt auch unter dem neuen Eigentümer an Bord – und verdient am Namen mitDer amerikanische Finanzinvestor Apollo macht das Rennen um die Billig-Airline. Doch der griechischzypriotische Unternehmer will auch künftig eine Beteiligung halten.09.08.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenStelios Haji-Ioannou hat mit der Gründung von Easy Jet in den 1990er Jahren die etablierten Airlines aufgeschreckt.ImagoAls der Finanzinvestor Castlelake im Juni ein Übernahmeangebot für Easy Jet machte, weckte das in Europa Ängste: Würde der neue Besitzer das Streckennetz radikal zusammenstreichen? Oder, noch schlimmer, die Airline zerschlagen und die Flugzeuge und die Landerechte verkaufen?Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.In dieser Situation, als viele schon um ihre günstigen Flüge bangten, hörte man von Stelios Haji-Ioannou nichts. Der Gründer der Fluggesellschaft, ein Pionier der Billigfliegerei, der noch immer an dem börsenkotierten Unternehmen beteiligt ist, hielt sich mit öffentlichen Kommentaren zum Angebot von Castlelake zurück.Startkapital vom VaterUnterdessen ist die Gefahr einer Zerschlagung gebannt. Easy Jet hat diese Woche einem höheren Angebot von Apollo zugestimmt. Dabei handelt es sich zwar ebenfalls um einen Finanzinvestor, er bekennt sich allerdings klar zum Weiterbestand der Airline.Nun hat sich auch Haji-Ioannou geäussert. Der Sohn eines griechischzypriotischen Reeders, der Easy Jet in den 1990er Jahren mit Startkapital von seinem Vater gegründet hat, will auch künftig an der Airline beteiligt bleiben. Wenn Apollo die Gesellschaft von der Börse nimmt, werden er und seine Familie weiterhin Aktionäre sein – zusammen mit dem amerikanischen Finanzinvestor sowie einem europäischen Trust und allfälligen weiteren Anteilseignern, die nicht verkaufen wollen.Sir Stelios – der Airline-Gründer war 2006 von der Queen für seine Verdienste um das Unternehmertum in den Ritterstand erhoben worden – hat sich schon lange aus der Führung der Firma zurückgezogen. Auch aus dem Verwaltungsrat ist er zurückgetreten.Trotzdem hat er sich mit Kritik an Easy Jet nicht zurückgehalten. So versuchte er einst erfolglos, eine Flugzeugbestellung zu stornieren und an einer Aktionärsversammlung das Management abzusetzen.Geld aus NamensrechtenMit dem Fortbestand der Airline sichert sich Haji-Ioannou eine Einnahmequelle. Easy Jet bezahlt ihrem Gründer nämlich jährlich eine Lizenzgebühr für die Nutzung des Namens. Die Rechte daran hat der clevere Geschäftsmann rechtzeitig in eine eigene Gesellschaft ausgelagert. Auch über diesen Punkt gab es einst Streit mit dem Unternehmen. 2010 einigte man sich auf eine Gebühr von 0,25 Prozent des Umsatzes für einen Zeitraum von fünfzig Jahren.Zumindest bis dahin werden Haji-Ioannou und seine Familie darum besorgt sein, dass die Airline ordentlich wirtschaftet. Selber braucht der Unternehmer das Geld freilich nicht, weshalb seine Rechteinhaberin Easy Group mindestens 51 Prozent ihres Gewinns an eine wohltätige Stiftung überweist.Passend zum Artikel