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Trockenheit bremst Rot- und WeißweineDas Burgund steht mit dem Frühstart nicht allein da. In der Champagne im Nordosten sowie im südwestlichen Bordelais begann die Crémant-Lese am Donnerstag ebenfalls so zeitig wie nie zuvor. Im südfranzösischen Languedoc-Roussillon pflückten die Bauern die ersten Beeren bereits im Juli.Auch bei den übrigen Rot- und Weißweinen im Burgund verläuft die Weinlese anders als gedacht. Ursprünglich wollten die Betriebe auch diese Sorten vor dem 15. August einholen. Die anhaltende Hitze und die Dürre hemmten jedoch das Wachstum der Pflanzen und verlangsamten die Reifung der Früchte. Thiébault Huber vom Verband der Appellationen und Winzer in Burgund rechnet für diese Weine nun eher mit einem Termin um den 25. August.

Studie zeigt, wie Klimawandel auf den Weinbau wirktWie stark die Erderwärmung den Weinbau verändert, zeigt eine Untersuchung des Klimahistorikers Thomas Labbé in der Fachzeitschrift »Climate of the Past«. Er wertete Erntedaten der burgundischen Stadt Beaune von 1354 bis heute aus. Die Reihe umfasst mehr als 670 Jahre und offenbart laut dem Forscher eine »Explosion« extremer Jahre.Während sich Phasen mit großer Hitze und verfrühten Ernten zwischen 1354 und 1719 im Schnitt alle 17 Jahre wiederholten, lagen sie von 1720 bis 1987 durchschnittlich 53 Jahre auseinander. Seit 1988 haben sich die Abstände drastisch verkürzt: Extreme Hitze trat seitdem alle fünf Jahre auf. Im 21. Jahrhundert registrierte der Historiker bereits zehn solcher Jahre – statistisch entspricht das einem Rhythmus von etwa zweieinhalb Jahren.