Anthony Fauci wurde im Verlauf der Corona-Krise zu einem der bekanntesten Gesichter weltweit. Ob im weißen Kittel oder im Anzug mit Krawatte – beinahe täglich trat er im Fernsehen und in Zeitungen auf und erklärte der Öffentlichkeit, wie mit dem Virus umzugehen sei. „Ich repräsentiere die Wissenschaft“, sagte Fauci im November 2021 in einem Interview mit dem amerikanischen Sender CBS. Ein Satz, der ihm bis heute nachhängt.Ob zum Ursprung von Sars-CoV-2, zu Lockdowns, Masken oder Impfungen: Der langjährige Chefimmunologe des Weißen Hauses äußerte sich zu nahezu allen zentralen Fragen der Pandemie. Aus nun im Rahmen eines Untersuchungsausschusses im US-Kongress veröffentlichten Tagebüchern ergibt sich jedoch ein deutlich widersprüchlicheres Bild.
Anthony Fauci: Der Kult um die eigene Person
In den Notizen fällt eine ausgeprägte Selbstbezogenheit auf. Fauci sammelte systematisch Medienberichte über seine Person und kommentierte sie. „Sehr schmeichelhaft. Die Situation mit meinem nationalen und internationalen Ruhm ist explosiv und wirklich unvorstellbar“, schrieb er am 21. Mai 2020 nach einem wohlwollenden Porträt in der Washington Post. Es sei keine Übertreibung, dass er zu den „bekanntesten Menschen der Welt“ gehöre – und sogar US-Präsident Donald Trump „das Rampenlicht“ nehme.










