US-Immunologe Anthony Fauci hat nach zahlreichen früheren Kongressanhörungen eine erneute Aussage vor dem Senatsausschuss verweigert. Dabei berief sich der 85-Jährige auf einen Verfassungszusatz, nach dem er sich nicht selbst belasten muss. Er äußerte die Vermutung, dass der mit Trump verbündete Senator Rand Paul ihn vorgeladen habe, um ihn wegen Meineids »hinter Gitter zu bringen«.

Paul hatte zuvor Tausende Seiten aus Faucis Corona-Tagebüchern veröffentlicht, die er sich offenbar über einen Regierungsrechner verschafft hatte. Im Senat warfen Republikaner dem pensionierten Wissenschaftler nun vor, seine Corona-Empfehlungen seien eine »Schande« gewesen.Fauci war medizinischer Chefberater von Ex-US-Präsident Joe Biden und Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten. Zuvor war er in den USA zu einer zentralen Figur im Kampf gegen das Coronavirus geworden. Für die Republikaner steht Fauci für alles, was im Kampf gegen das Coronavirus angeblich falsch gelaufen ist.

Republikaner drohen Fauci Handschellen anHintergrund der Vorladung ist, dass sich Senator Paul vorgenommen hatte, den Ursprung des Coronavirus zu ermitteln. Im vergangenen Jahr ließ er deshalb Personen aus 14 US-Behörden vorladen. Mit Fauci erschien nun eine der prominentesten Figuren vor dem Ausschuss.Paul zeigt sich seit Jahren davon überzeugt, dass Fauci mit seinen Annahmen zum Ursprung des Virus bewusst täuschen wollte. Auch US-Präsident Donald Trump behauptet, dass der Wissenschaftler »stets versuchte, China zu beschützen«, wie er in einem Beitrag auf Truth Social schrieb. Zudem verbreitete das Weiße Haus im Onlinedienst X ein montiertes Bild von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., auf dem dieser Fauci Handschellen androht.