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Es gibt Momente, in denen ist man mit sich im Reinen. Die Arbeit, das Private, alles fühlt sich irgendwie stimmig an. Und dann gibt es Phasen, da zweifelt man: Hat das, was ich tue, eigentlich eine Bedeutung? Dann stellt sich die Frage: Kann man verlernen, das eigene Leben als sinnvoll zu erfahren? Das impliziert eine interessante Annahme: dass Sinn eine Fähigkeit ist, etwas, das geübt, verfeinert, aber eben auch eingebüßt werden kann. Kann man Sinn denn verlernen?

Ergebnisse der Sinnforschung legen nahe, dass Sinn nichts ist, was objektiv vorhanden wäre und entdeckt werden müsste. Vielmehr entsteht Sinn in der Beziehung zwischen einer Person und ihrer Umwelt. Er ist subjektiv, relational und dynamisch. Ein Mensch bezieht sich auf etwas – eine Tätigkeit, ein Ereignis, das Leben an sich – und nimmt dieses als mehr oder weniger sinnvoll wahr. Diese Bewertung hängt ab vom jeweiligen Kontext, von Bedürfnissen, Erwartungen und der persönlichen Lebensphase.