Frau Schnell, Bundeskanzler Friedrich Merz spricht oft davon, dass die Deutschen, „wieder mehr Spaß an der Arbeit“ haben sollten. Hat er recht?Ich denke, es bringt gar nichts, wenn wir dazu aufrufen, doch bitte wieder mit mehr Spaß und länger zu arbeiten. Viel wichtiger ist: Was machen wir hier eigentlich? Und warum? Es ist fast eine Unverschämtheit, zu behaupten, es wird zu wenig oder mit zu wenig Freude gearbeitet. Vieles, was geleistet wird, wird gar nicht als Arbeit wahrgenommen. Menschen pflegen ihre Angehörigen oder engagieren sich ehrenamtlich. All das sind auch Tätigkeiten, die sinnvoll und wichtig sind. Dass wir nur das als Arbeit wahrnehmen, was durch Geld entlohnt wird, führt zu einer Verengung des Arbeitsbegriffs.
Forscherin über Lebenssinn: Warum Arbeit nicht die einzige Quelle sein sollte
Tatjana Schnell ist Psychologin und Sinnforscherin. Hier erklärt sie, warum Arbeit nicht die einzige Quelle des Lebenssinns sein sollte, ständige Unterforderung im Job ein Problem ist – und was man sich vor einer Kündigung fragen sollte.







