Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesNiedrigwasser der Donau gibt in Budapest tote Wehrmachtssoldaten freiWildvögel leiden unter SommerhitzeWohnungslosenhilfe warnt vor Gefahren für ObdachloseStädte- und Gemeindebund fordert „Kraftakt für Wasserversorgung“Bilger plant wegen Niedrigwasser Lkw-Fahrten an Sonntagen Lilly ZerbstNeues Rekord-Tief an den Rhein-PegelnDie Pegelstände am Rhein sind in Nordrhein-Westfalen noch weiter gesunken und haben an allen vier großen Messstationen neue historische Tiefstwerte erreicht. In Düsseldorf war der Pegelstand mit 15 Zentimetern so niedrig wie noch nie und unterschritt das erst wenige Tage alte Rekordtief von 20 Zentimetern deutlich. Das geht aus Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein hervor.Am Pegel Duisburg-Ruhrort betrug der Wert 145 Zentimeter und unterbot damit den bisherigen Tiefstand vom vergangenen Sonntag (148 Zentimeter). In Köln war der Pegelstand schon am Donnerstag unter den erst vor wenigen Tagen gemessenen historischen Tiefstwert von 67 Zentimetern gefallen und sank dann weiter auf nun 60 Zentimeter. In Emmerich bewegt sich der Pegelstand bereits seit Tagen im negativen Bereich. Der Schwimmer des Pegels liegt trocken - eine Sonde liefert die Daten. Inzwischen ist der Wert auf den neuen Tiefstand von minus sechs Zentimeter gesunken.Die Fahrrinne im Rhein ist wesentlich tiefer als der jeweilige Pegelstand am Ufer. Schiffe können zwar weiter fahren, allerdings nur mit viel weniger Fracht als normalerweise. Erholung ist in nächster Zeit nicht in Sicht: Bis einschließlich Dienstag werden die Pegelstände laut Prognose allenfalls um wenige Zentimeter steigen und somit auf niedrigem Niveau verharren. Die Pegelstände der einzelnen Messstationen am Rhein sind nicht direkt miteinander vergleichbar, da es keinen einheitlichen Nullpunkt für alle Pegel gibt. Niedrigwasser der Donau gibt in Budapest tote Wehrmachtssoldaten freiDas Niedrigwasser der Donau hat in Budapest die Überreste von zwei Wehrmachtssoldaten, ein Motorrad und Tellerminen freigegeben. Mitarbeiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hätten die Gebeine der Soldaten exhumiert, teilte der Volksbund mit. Wegen der entdeckten 35 Tellerminen zur Panzerabwehr sei auch der Kampfmittelräumdienst im Einsatz gewesen.„Der Volksbund rechnet damit, dass auch aus Schiffswracks, die derzeit aus Flüssen auftauchen, Kriegstote zu bergen sein könnten“, heißt es in einer Mitteilung. Das Motorrad und zwei entdeckte Erkennungsmarken seien gut erhalten, weil der Hafenschlamm mit Gasöl vermischt sei.Hitze und Trockenheit führten zu einem Rekord-Tiefstand der Donau. Dieser hat auch den Verkehr der Flusskreuzfahrtschiffe auf dem Budapester Abschnitt des Stromes zum Erliegen gebracht.Luzia GeierWohnungslosenhilfe warnt vor Gefahren für ObdachloseAngesichts der extremen Hitze hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe vor lebensgefährlichen Folgen für Obdachlose gewarnt. Wer auf der Straße lebe, trage das höchste Risiko bei Extremhitze, sagte Geschäftsführerin Sabine Bösing der Rheinischen Post.„Ohne Zugang zu Wasser, Schatten oder kühlen Räumen sind wohnungslose Menschen der extremen Hitze schutzlos ausgeliefert.“Sabine Bösing (Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe)Viele litten laut Böning bereits unter Vorerkrankungen, die durch die Hitze weiter verschärft würden. Neben Akuthilfen sei auch der „Schutz von kühlem Wohnraum“ nötig, sagte die Geschäftsführerin weiter. Hitzeschutz müsse eine verbindliche Pflichtaufgabe von Staat und Kommunen werden. Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) mahnte, besonders gefährdete Menschen bräuchten „verlässlichen Schutz“. Länder und Kommunen müssten flächendeckende Hitzeaktionspläne umsetzen, sagte SoVD-Chefin Michaela Engelmeier der Zeitung.Luzia GeierStädte- und Gemeindebund fordert „Kraftakt für Wasserversorgung“Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert angesichts der anhaltenden Hitze einen „nationalen Kraftakt für die Wasserversorgung und die Klimaanpassung“ in den Kommunen. „Bereits jetzt ist die Hälfte aller Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland von akutem oder strukturellem Grundwasserstress betroffen“, sagte der Präsident des kommunalen Spitzenverbandes, Ralph Spiegler, der Rheinischen Post. Deutschland müsse Wasser daher „künftig als strategische Ressource begreifen“.Die wirtschaftlichen Folgen der Hitze- und Dürreperioden seien „längst Realität“, betonte der Verbandsvertreter. Jeder Hitzetag koste die Wirtschaft Studien zufolge „zwischen 430 und 984 Millionen Euro aufgrund von sinkender Produktivität“. Das gefährde Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand, mahnte Spiegler. Die Kommunen allein könnten dieses Problem nicht lösen. „Deshalb brauchen wir eine Gemeinschaftsaufgabe Klimaschutz und Klimaanpassung im Grundgesetz und damit eine dauerhaft gesicherte Finanzierung durch Bund und Länder.“Bilger plant wegen Niedrigwasser Lkw-Fahrten an Sonntagen Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger plant angesichts des historischen Niedrigwassers im Rhein auf alternative Transportrouten auszuweichen. "Wir können das Wetter nicht beeinflussen, aber wir können dafür sorgen, dass unsere Wirtschaft gut durch diese Zeit kommt", sagte der CDU-Politiker im Anschluss an ein Spitzentreffen mit Vertretern aus Schifffahrt, Häfen und Wirtschaft. Wenn der Verkehr auf der Wasserstraße Rhein nur noch eingeschränkt möglich sei, dann müsse man verstärkt auf Straße und Schiene ausweichen. Die Gütertransportgesellschaft DB Cargo hat laut Bilger zugesichert, die vom Niedrigwasser betroffene Industrie zu unterstützen, mehr Güter auf die Schiene zu bringen. Zwar gebe es derzeit noch keine Versorgungsengpässe, die Gefahr bestehe aber.Daher plane man nun Ausnahmen vom Lkw-Fahrverbot für Sonn- und Feiertage. „Ich habe bereits mit den Ländern gesprochen und große Bereitschaft dazu erkennen können“, so Bilger. Zudem habe man die bundeseigene Autobahngesellschaft angewiesen, alles daranzusetzen, Ausweichverkehr nicht durch vermeidbare Baustellen auszubremsen. Der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL) äußerte sich in Vorfeld skeptisch zu dem Vorschlag. „Die Fahrer müssten dann stattdessen an anderen Tagen den Lkw stehen lassen, um die mit hohen Bußgeldern versehenen Vorgaben der Lenk- und Ruhezeitenverordnung einzuhalten“, sagte Vorstandssprecher Dirk Engelhardt der Rheinischen Post. Die verfügbare Lenkzeit werde dadurch nicht erhöht.Bilger hatte für Donnerstagnachmittag vor allem Vertreter der Industrie und der Logistikbranche zu einem Spitzengespräch nach Bonn geladen. Der Nachrichtenagentur Reuters hatte er diese Woche gesagt, die Situation am Rhein sei ungewöhnlich früh im Jahr schon sehr angespannt. Es ging bei dem Krisentreffen aber nicht nur um kurzfristige, sondern auch um langfristige Maßnahmen. Als Beispiele nannte Bilger den Ausbau von Fahrrinnen und die Umrüstung von Schiffen, damit diese auch bei künftigen Niedrigwasser-Lagen fahren könnten. Elbe in Magdeburg erreicht niedrigsten WasserstandDie Elbe in Magdeburg hat den niedrigsten Wasserstand seit Beginn der Messungen im Jahre 1727 erreicht. Laut Elwis-Vorhersagesystem der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes wurden am Pegel Strombrücke am Donnerstagvormittag 44 Zentimeter gemessen. Der bisher niedrigste gemessene Wasserstand der Elbe in Magdeburg datiert vom 31. Juli 2019, als am Pegel Strombrücke 45 Zentimeter gemessen wurden. Am Montag könnte der Wert gar auf 40 Zentimeter fallen.„Insgesamt lässt sich feststellen, dass wir uns in einer lang anhaltenden Niedrigwasserperiode befinden“, sagte Pavel Knotek von der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe in Magdeburg. So habe die Elbe seit dem Jahr 2015 fast in jedem Sommer für mehrere Wochen extremes Niedrigwasser. Seitdem tauchen im Flussgebiet zwischen dem tschechischen Děčín und Magdeburg an die 100 sogenannte Hungersteine und historische Niedrigwassermarken auf.Trockenheit und niedrige Wasserstände haben dazu geführt, dass seit April kaum noch Frachtschiffe auf der Elbe zwischen Magdeburg, Dresden und der tschechischen Grenze verkehren.DLRG-Zwischenbilanz: Bisher 261 Badetote in diesem JahrIn deutschen Gewässern sind in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres mehr Menschen ertrunken als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Badetoten stieg auf 261 – das waren 15 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mitteilte. Die meisten Badetoten gab es in Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen. In Niedersachsen sank die Zahl leicht.Vor allem seit Beginn der Badesaison gab es deutlich mehr tödliche Unfälle, zwischen Anfang Mai und Ende Juli ertranken allein 189 Menschen. Das waren so viele Badetote wie seit 2019 nicht mehr – damals kamen in dem Zeitraum sogar 220 Menschen ums Leben. Besonders im vergangenen Juni kam es zu einem „dramatischen Anstieg“ an Unfällen, wie DLRG-Präsidentin Ute Vogt sagte. „Über 100 Opfer gab es im Monat Juni zuletzt im Jahr 2003.“ In den ersten sieben Monaten ertranken wieder deutlich mehr junge Menschen zwischen elf und 30 Jahren, ihre Zahl stieg von 49 im Vorjahreszeitraum auf 75. Die allermeisten von ihnen waren männlich – immerhin 95 Prozent.Etwa 90 Prozent der Todesfälle seien in frei zugänglichen Gewässern im Inland passiert, hieß es. So hätten in Seen und Teichen 118 Menschen ihr Leben verloren, 90 Todesfälle hätten sich in Bächen und Flüssen ereignet und 17 in Kanälen. In der Ostsee kamen laut DLRG 14 Menschen ums Leben. In Schwimmbädern kamen ebenfalls 14 Menschen zu Tode. „Die Zahlen zeigen wieder einmal, dass es besonders dort lebensbedrohlich wird, wo zumeist keine Rettungskräfte vor Ort sind, die im Notfall schnell Hilfe leisten können“, sagte Vogt. Mehr zu den Gründen, warum Menschen beim Baden ertrinken, lesen Sie hier:RKI: Etwa 9600 Tote allein durch extrem heiße Juni-WocheInfolge der besonders heißen Woche Ende Juni sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) deutlich mehr Menschen hitzebedingt gestorben als bisher angenommen. Etwa 9600 Sterbefälle gehen auf die Woche vom 22. bis 28. Juni zurück, heißt es im aktuellen RKI-Wochenbericht zur hitzebedingten Sterblichkeit. Damit geht der Großteil der bisherigen diesjährigen Hitzetoten auf die extrem heißen Tage zurück, an denen vielerorts in Deutschland die Temperaturen um die 40 Grad lagen. Insgesamt erhöht sich die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle in diesem Jahr laut RKI auf schätzungsweise 11 900.Damit sind in diesem Jahr bereits deutlich mehr Menschen wegen der Hitze gestorben als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016. Die meisten Hitzetoten gab es zuvor demnach 2018 mit ungefähr 9000 im gesamten Jahr.Die Auswirkungen dieser besonders heißen Woche sowie der Folgewoche zeigten sich erst jetzt, schreibt das RKI. Das liege auch daran, dass Temperaturen in dieser Höhe bisher in Deutschland kaum oder gar nicht vorkamen. Zudem würden Bundesland-spezifische Zahlen des Statistischen Bundesamtes erst mit einer Verzögerung von fünf Wochen berichtet. Erst jetzt enthalten die Zahlen demnach in vollem Umfang die geschätzte Zahl der hitzebedingten Sterbefälle. Zuvor hatte das RKI für die besonders heiße Periode mehr als 5000 hitzebedingte Todesfälle geschätzt.Hitze ist vor allem für ältere Menschen gefährlich. Mit gut 6000 wurden die meisten Todesfälle in der Altersgruppe von 85 Jahren oder älter verzeichnet. Knapp 3000 der Gestorbenen waren zwischen 75 und 84 Jahren alt, knapp 1800 zwischen 65 und 74 Jahren. Bei den Unter-65-Jährigen waren es ungefähr 1100 Todesfälle.Niedrigwasser-Krise setzt deutscher Wirtschaft zu - Bundesverkehrsminister beraumt Treffen anÜber den Umgang mit dem extremen Niedrigwasser des Rheins und anderer Wasserstraßen sprechen an diesem Donnerstag in Bonn Wirtschaftsverbände mit dem neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Zu dem Treffen sind Vertreter von Industrie, Häfen und Binnenschifffahrt eingeladen. Sie wollen sich darüber austauschen, wie wirksam bisherige Maßnahmen waren und was aktuell getan werden kann.„Die anhaltende außergewöhnliche Niedrigwasserphase stellt das Binnenschifffahrtsgewerbe und die verladenden Industrieunternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Die deutlichen Einschränkungen bei den Transportkapazitäten wirken sich unmittelbar auf die Lieferketten und Produktionsprozesse aus.“BundesverkehrsministeriumDas Niedrigwasser im Rhein und anderen Flüssen setzt der deutschen Wirtschaft zu. Schiffe können weniger laden, was die Transportkosten für die Industrie hochtreibt. Nach Schätzung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft könnte das Niedrigwasser im dritten Quartal zwischen ein 1 und 2 Milliarden Euro an Wertschöpfung kosten und das Bruttoinlandsprodukt um 0,1 bis 0,2 Prozent dämpfen. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft um 0,2 Prozent gewachsen.Die deutsche Chemieindustrie etwa warnt vor Produktionskürzungen wegen des Niedrigwassers. Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands VCI forderte vor der Fachkonferenz zum Niedrigwasser „robuste Wasserstraßen, leistungsfähige Schienen und Straßen und echte Ausweichmöglichkeiten für die Industrie.“ Deutschland brauche ein Verkehrsnetz, das auch in Extremlagen funktioniere. Verkehrsexpertin Maximiliane Lorenz vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik betonte, dass es speziell entlang des Rheins viel Industrie gebe, die normalerweise über die Wasserstraße mit Gütern beliefert werde. Diese enormen Mengen würden nun zum Teil auf die Straße verladen. „Das heißt, die Staugefahr steigt, wir haben höhere Fahrtzeiten, die Autobahnen dürften belastet werden.“ Auch auf der Schiene wird die Auslastung weiter steigen, wie die Expertin schätzt. Ebenfalls an diesem Donnerstag ist eine Video-Sonderkonferenz der Verkehrsminister geplant. Vorab bekannt wurde eine Beschlussvorlage aus Nordrhein-Westfalen. Damit soll der Bund zu umfassenden Maßnahmen gegen Niedrigwasser aufgefordert werden, etwa zu einem Flottenförderprogramm für Schiffe, die für Niedrigwasser geeignet sind. Über die Beschlussvorlage hatte zuvor die Rheinische Post berichtet.Luzia GeierHitze in Europa: Ärzte dringen auf verbindliche MaßnahmenAngesichts der jüngsten Hitzewellen mit Tausenden Toten fordern die Bundesärztekammer und rund 80 weitere europäische Gesundheitsorganisationen deutlich mehr Anstrengung von der EU. So müsse die Erklärung des Klimanotstands in verbindliche Verpflichtungen und extreme Hitze als ernsthafte grenzüberschreitende Gesundheitsgefahr anerkannt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Weiter fordern die Unterzeichner unter anderem einen Europäischen Hitzeschutzplan, unterstützt durch einen Notfall-Anpassungsfonds. Damit sollen beispielsweise die Hitzeüberwachung und Gesundheitseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten und Schulen klimafest gemacht werden. Die Lücke im europäischen Arbeitsschutz bei Hitze müsse durch verbindliche, regional angepasste Temperaturschwellenwerte geschlossen werden. Außerdem sollen etwa sichere Innentemperaturen für vulnerable Menschen im Bestandswohnraum gewährleistet werden.Trotz bestehender nationaler Hitze-Gesundheits-Aktionspläne, Frühwarnsysteme und einer EU-Anpassungsstrategie steige die hitzebedingte Sterblichkeit weiter, kritisieren die Autoren. „Unter den Hitzekuppeln des Juni 2026, dem heißesten je in Westeuropa gemessenen Juni, wurden allein in der Spitzenwoche der Hitzewelle mehrere Tausend Übersterblichkeitsfälle registriert - Tendenz weiter steigend.“ Die Opfer seien überwiegend ältere Menschen, überproportional Frauen. Auch im Freien arbeitende Menschen sowie Menschen in Armut und in schlecht angepassten Wohnungen als auch in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen seien von gesundheitlichen Folgen betroffen, zudem förderten Waldbrände weitere Todesopfer und hüllten Städte in Rauch.Luzia GeierWetter beruhigt sich – nur noch Unwetter an den AlpenNach den schweren Unwettern in den vergangenen Tagen entspannt sich die Wetterlage. Die Temperaturen erreichen laut den Wetterexperten in der Nordwesthälfte maximal 21 bis 26 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt. In den anderen Landesteilen kann es bei 25 bis 31 Grad deutlich wärmer werden. Dabei ist es weitestgehend heiter bis sonnig. Nur noch vereinzelt ist nach DWD-Angaben an den Alpen mit Starkregen und Gewittern zu rechnen. Bei Starkregen könnten den Angaben zufolge bis zu 25 Liter pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit fallen. An der Nord- und Ostsee kann es zudem stürmisch werden. Den Angaben zufolge sei mit Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 55 und 70 Kilometern pro Stunde aus westlicher Richtung zu rechnen. Von der Nordsee her ziehen einige Wolken in Richtung Binnenland. Dabei kann es auch vereinzelte leichte Schauer geben. In der Nacht zum Freitag kann es dann im Südosten kräftiger regnen. Dazu seien auch einzelne Gewitter möglich. Der Freitag selbst wird meist heiter. Am meisten Sonne soll im Süden scheinen. Im Norden werden dichte Wolkenfelder zum Teil mit Regen erwartet.Waldbrand am Kranzbergkogel nicht unter KontrolleDer Waldbrand westlich von Schneizlreuth im Berchtesgadener Land ist weiterhin nicht unter Kontrolle. Die Löscharbeiten am Kranzbergkogel laufen derzeit sowohl von der Luft als auch vom Boden aus auf Hochtouren, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Insgesamt sind drei Hubschrauber vor Ort: zwei davon zum Löschen, einer mit einer Wärmebildkamera.Eine sichtbare Ausdehnung des Brandes gibt es laut einem Polizeisprecher zwar nicht mehr, dies sei jedoch nur schwer abzuschätzen, da es sich um ein Bodenfeuer in einem bewaldeten Gebiet handle. Wie lange die Löscharbeiten noch dauern werden, konnte die Polizei nicht sagen.Das Feuer war am Dienstag nach einer Rauchmeldung entdeckt worden. Eine Erstbewertung per Feuerwehrdrohne konnte eine Brandstelle von mehreren Hundert Quadratmetern bestätigen. Bereits am Abend hatte ein Polizeihubschrauber erste Löschmaßnahmen eingeleitet.Wassermangel auf Berghütten: Alpenverein sieht neue Dimension Wasserknappheit zwingt die Berghütten des Deutschen Alpenvereins (DAV) zu drastischen Einschränkungen. „Wir haben auf fast allen Hütten derzeit Mangellagen, da werden die unterschiedlichsten Maßnahmen ergriffen“, sagte Sprecher Julian Rohn. „Das ist schon eine neue Dimension.“„Das ist leider bittere Realität, dass das Wasser ausgeht“, ordnete Rohn die Lage auch in anderen Regionen der Alpen ein. „Das ist schon drastisch, zumal es noch relativ früh in der Saison ist.“ Die Folge: „Die Waschräume sind nicht mehr zugänglich, die wasserintensiven Spültoiletten müssen durch Trockentoiletten ersetzt werden.“ Um den Küchenbetrieb aufrechterhalten zu können, wird etwa das Trinkwasser auf der Blaueishütte bei Berchtesgaden derzeit per Hubschrauber geliefert. Die Minute Heliflug kostet 31 Euro – plus 600 Euro für den Anflug.Nach zwei schneearmen Wintern und einer langen Trockenperiode ohne Niederschläge ist die Lage heuer verschärft. „Im Moment betrifft es flächendeckend alle“, schilderte Rohn.Die Sektionen des Deutschen Alpenvereins unterhalten rund 320 Hütten, gut zwei Drittel davon in den deutschen und österreichischen Alpen. Sie werden zumeist durch oberflächennahe Wasservorräte aus Niederschlägen oder dem Schmelzwasser von Schneefeldern und Gletschern versorgt. Durch den Klimawandel steht aber Jahr für Jahr weniger Wasser zur Verfügung. Vor allem die hochalpinen Hütten leiden unter diesen Veränderungen.Italien ruft wegen Hitzewelle höchste Warnstufe für alle 27 Großstädte aus Italien hat für Donnerstag für alle 27 Großstädte des Landes die höchste Warnstufe ausgerufen. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, gilt die Alarmstufe Rot. Diese signalisiert einen potenziellen Gesundheitsnotstand und ein ernstes Risiko für die gesamte Bevölkerung, auch für junge und gesunde Menschen. Am Dienstag und Mittwoch gilt diese bereits für 25 Städte. Am Donnerstag sollen auch Messina und Reggio Calabria im äußersten Süden folgen.Aus dem Ministerium hieß es, dies sei das erste Mal in diesem Jahr, dass für alle 27 Städte die höchste Alarmstufe gelte. Ob dies in früheren Jahren schon einmal der Fall war, blieb zunächst unklar. Die Temperaturen sind in einigen Regionen Italiens auf bis zu 40 Grad Celsius geklettert. Meteorologen erwarten vor dem Wochenende keine Abkühlung. Verursacht wird die Hitzewelle unter anderem durch ein Hochdruckgebiet aus Nordafrika, das sich über dem Mittelmeer verstärkt und über weite Teile Europas ausgedehnt hat. Mehr ladenTickarooLive Blog Software