Es ist Sommer in München. Ein Autohersteller hat zur Gartenparty geladen. Ihn erinnere die Veranstaltung ein wenig an frühere Events von Mercedes und BMW, erzählt ein französischer Automanager. Pavillons, Cocktailbars, stylische Musik, dazwischen, dezent drapiert und unübersehbar: blank polierte Boliden. Der Mann schlürft seinen Drink, lächelt, schüttelt leicht ungläubig den Kopf: „Und jetzt veranstalten diese Partys die Chinesen.“„Willkommen in München“, ruft kurz darauf He Xiaopeng, Inhaber von Chinas Autobauer Xpeng, den Besuchern zur Vorstellung des SUV L03 zu: „Willkommen in der Heimat von – FC Bayern München.“ Leises Gekicher. Hat sich je einer getraut, im Wohnzimmer von BMW so zu reden? Sich getraut, die neue Autowelt ausgerechnet hier willkommen zu heißen, mit einer schicken Party – während die deutsche Konkurrenz Zehntausende Jobs streicht und von Untergangsängsten geplagt wird?Die vergangene Woche war für die einstige deutsche Vorzeigebranche eine Schmach. Die Halbjahresbilanz der BMW-Group zum Beispiel, der erste Pflichttermin für CEO Milan Nedeljković. Sein Vorgänger Oliver Zipse hatte noch im Mai von stabilen Ergebnissen und einer Ebit-Marge von bis zu zehn Prozent gesprochen. Alles Makulatur. Die Gewinnspanne ist auf 3,6 Prozent gefallen. Bis 2027 will BMW 8000 Stellen streichen, die meisten davon in Deutschland. „Nichts gilt mehr als unantastbar“, sagte Nedeljković.Xpeng „Jetzt veranstalten diese Partys die Chinesen“ Der chinesische Volkswagen-Partner Xpeng will selbst Europa erobern. Mit viel Technik zu einem kleinen Preis – eine unmissverständliche Kampfansage. von Artur LebedewEr könnte auch anklagend auf sich selbst zeigen. „Wir sehen die Konsequenzen einer strategischen Unklarheit“, urteilt der Technologieberater Marco Dargel. Die deutschen Hersteller seien schwach im weltgrößten Automarkt China, dazu technologisch abhängig bei Batterien und Software. Und dann noch die Kosten: Fast nirgendwo sind etwa die Arbeitskosten so hoch wie in Deutschland: