PfadnavigationHomeSatireArtikeltyp:SatireNach Streit um RenteSchwarz-Rot hält Reformvorhaben ab sofort voreinander geheimStand: 10:11 UhrLesedauer: 2 MinutenDie Bundesregierung will endlich konstruktiver miteinander arbeiten.Quelle: dts-Agentur/picture alliance; Christian Ohde/imageBROKER/picture alliance; Montage: GLASAUGEDie Bundesregierung in Berlin zeigt endlich Einsicht – weil jedes ihrer Reformvorhaben kurz nach Bekanntwerden ständig vom jeweils anderen Koalitionspartner torpediert und zerredet wird, greifen Union und SPD zu einer neuen Strategie.Ist das endlich der große Wurf für die Bundesregierung? Nachdem praktisch jedes größere Vorhaben der schwarz-roten Koalition – vom Wehrdienst über die Krankenversicherung bis hin zur Rente mit 103 – bereits wenige Minuten nach Bekanntwerden vom jeweils anderen Koalitionspartner, den eigenen Hinterbänklern, sämtlichen Interessensverbänden, irgendwelchen Ministerpräsidenten sowie den ursprünglichen Initiatoren zerlegt worden war, ziehen Union und SPD nun die Konsequenzen: Künftig wollen sich die Regierungsparteien ihre Reformpläne einfach nicht mehr gegenseitig verraten.„Ab sofort herrscht im Kabinett absolute Schweigepflicht“, gab Bundeskanzler Friedrich Merz bei einer Pressekonferenz ausschließlich mit Gestensprache zu verstehen. Unterstützt wurde er dabei von CSU-Chef Markus Söder, der seine Botschaften routiniert pantomimisch übermittelte, sowie SPD-Chef Lars Klingbeil. Dieser konnte in letzter Sekunde verhindern, dass seine Co-Vorsitzende Bärbel Bas das für alle Regierungsmitglieder inzwischen obligatorische Heftpflaster vom Mund abriss, um den anwesenden Journalisten mitzuteilen, wie abgrundtief dumm sie diese Idee finde.Merz für neuen Umgang mit GesetzespaketenDamit man bis auf Weiteres möglichst geräuschlos weiterregieren könne, sollen zur Sicherheit auch die Bundesbürgerinnen und Bundesbürger absolut im Unklaren darüber gelassen werden, was die schwarz-rote Koalition an Reformvorhaben plane, so Merz. Lesen Sie auchUm Gesetzespakete nicht wieder und wieder umständlich aufschnüren zu müssen, werde ihr Inhalt jetzt strikt vor der Öffentlichkeit und dem jeweils anderen Koalitionspartner geheim gehalten. „Wir nennen das die Schrödinger-Methode“, gab Bundeskanzler Merz den Pressevertretern mit der gebärdenspielerischen Darstellung einer Katze zu verstehen, „man weiß nicht: lebt die Gesetzesnovelle in dem Paket noch oder ist sie schon längst tot?“Überraschung bei der BundestagswahlDen größten Erfolg verspricht sich die Bundesregierung allerdings von einer weiteren Maßnahme: Nach der Bundestagswahl 2029 soll auch das Wahlergebnis vorsorglich nicht verraten werden. Auf diese Weise könne endlich niemand mehr behaupten, die falschen Parteien würden das Land regieren.Lesen Sie auchFolgen Sie GLASAUGE trotzdem auf Facebook oder Instagram – und verpassen Sie künftig keine Scherzartikel und Zusatzsatiren!