Bis zum Horizont nichts als Felder, Wälder und Wiesen. Hier und da warten Heuballen auf den Abtransport, es flattern Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten durch die Sommerluft. Die Landstriche der Altmark in Sachsen-Anhalt bringen jeden noch so hartgesottenen Städter zum Schwärmen.An diesem Sommertag sind Menschen aus Berlin hierher gereist – auf Einladung von Phillipa von Engelbrechten. Sie hat Freunde und Bekannte zur Lavendelernte nach Vollenschier gebeten, den Betrieb, den sie gemeinsam mit ihrem Mann bewirtschaftet. Es ist bereits das zweite Jahr in Folge. „Daraus soll eine neue Tradition entstehen“, sagt sie.

Wer sich jetzt eine „Tradwife“ mit Adelsdünkel vorstellt, die den Country Lifestyle auf Instagram ausschlachtet, ist allerdings schief gewickelt. Die gelernte Maschinenbauerin trägt Shorts, ein T-Shirt und eine Utilityweste mit prall gefüllten Taschen. Aus einer dieser Taschen holt sie eine Gartenschere hervor und schneidet geübt Lavendelbüsche zurück, die hier wild wuchern.

Regenerative Landwirtschaft und ein gesundes Biodenleben

Auf die Frage nach dem Titel der Gutsherrin antwortet sie ganz unprätentiös: „Klar, das hier ist ein altes Gut. Das Haus ist ein Gutshaus und die, die da wohnt, ist dann streng genommen auch eine Gutsfrau“, aber damit identifizieren will sie sich nicht. „Auf dem Hof machen wir vieles selber – manchmal auch mit der Hilfe von ein paar Freunden und Nachbarn.