Im September droht mit der AfD in Sachsen-Anhalt erstmals nach 1945 eine rechtsextreme Partei die Macht zu übernehmen. Wie bereiten sich Antifas vor?
A n jeder Ecke wird in der Zora gewuselt. Das soziokulturelle Jugendzentrum liegt in Halberstadt, einer 38.000-Einwohner-Gemeinde am Rande des Harz, mitten in Sachsen-Anhalt. Oben in der Siebdruckwerkstatt druckt eine Gruppe Schüler:innen T-Shirts für ein Konzert gegen rechts.
Aus dem Bandraum, der jungen Leuten hier für geringes Geld zur Verfügung gestellt wird, schallt Schlagzeugkrach. Im grünen Innenhof diskutiert eine Gruppe älterer Semester mit grauen Haaren in Fahrradklamotten eifrig. Es ist das Netzwerk Solidarischer Harz, das Flyer zusammenstellt, auf denen Argumente gegen die AfD gesammelt werden.
„Jeder kann hier reinkommen, wir sind eigentlich immer offen“, sagt Robert Fietzke, Geschäftsführer der Zora. Natürlich berge das Risiken. Immer wieder würden Hakenkreuze an der Außenfassade des alten Wirtschaftshauses eines ehemaligen Klosters auftauchen, das 1990 kurzzeitig besetzt wurde und seither als Jugend- und Kulturzentrum dient.
Kürzlich, erzählt Fietzkes Kollegin Sophie Manleitner, habe es ein jugendlicher Nazi nach einer Lesung sogar ins Haus geschafft – zum Glück nur, um ein Tiktok aufzunehmen. „Das ist für die Nazis eine Mutprobe. Es in die Zora hineinzuschaffen“, sagt Manleitner.








