PfadnavigationHomePolitikDeutschlandFlughafen Leipzig-HalleStrack-Zimmermann erkennt Russland hinter Sprengstoff-Drohne – Rheinmetall-Chef spricht Mahnung ausStand: 04:31 UhrLesedauer: 3 MinutenSicherheitsexperte Nico Lange sieht im Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig-Halle ein typisches Muster russischer hybrider Kriegsführung. „Können nicht mehr so tun, als wäre es etwas völlig Neues oder Unvorhersehbares.“Russland habe ein Interesse daran, dass „Widerstand in der deutschen Öffentlichkeit erzeugt wird“, sagt die FDP-Politikerin. Rheinmetall-Chef Armin Papperger fordert Deutschland bei der Drohnenabwehr auf, „unbedingt etwas zu tun“.Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sieht Russland hinter dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig-Halle und ruft zu einem besseren Schutz wichtiger Infrastruktur in Deutschland auf. „Wir sind ein Unterstützer der Ukraine, und Russland hat riesiges Interesse daran, dass sich das ändert, indem Widerstand in der deutschen Öffentlichkeit erzeugt wird“, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitagsausgabe). Deutschland stehe „nicht erst seit heute im Fadenkreuz der russischen Aggression“.Besonders vor Wahlen solle die öffentliche Meinung beeinflusst werden, indem man den Menschen Angst mache. Im September wählen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag. Deutschland müsse sich darüber im Klaren sein, dass wichtige Infrastruktur wie Flughäfen „noch einmal anders gesehen“ werden müsse, so Strack-Zimmermann. „Wir müssen auch diese Gefahren sofort mitdenken.“Lesen Sie auchDer Vorstandsvorsitzende des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger, mahnte mehr Anstrengungen Deutschlands bei der Drohnenabwehr an. „Wir müssen unbedingt etwas tun, um diese Drohnenangriffe sehr schnell zu erkennen und um diese Drohnen dann notfalls auch abschießen zu können“, sagte Papperger der Deutschen Presse-Agentur.Deutschland sei nicht ausreichend geschützt vor solchen Attacken, denn es sei noch nicht überall mit Abwehrtechnologie ausgestattet. „Und es gibt neben den Flughäfen noch viele andere Ziele, die kritisch in unserer Infrastruktur sind.“ Die Vorfälle mit Drohnen werden sich nach Einschätzung Pappergers häufen. „Es ist ja nicht so, dass das zum ersten Mal passiert ist.“ Erstmals aber sei aber wohl Sprengstoff an einer Drohne befestigt gewesen.Technologisch sei Deutschland in der Lage, kritische Infrastruktur zu schützen, sagte Papperger. Als erstes müsse aber definiert werden, was geschützt werden solle. Dann müsse überlegt werden, mit welcher Technologie die kritische Infrastruktur geschützt werden solle. „Und das darf nicht halbherzig geschehen, sondern man muss es vernünftig machen, sodass man anfliegende Drohnen schon von Weitem erkennt, aber auch solche, die kurzfristig aufsteigen.“ Da müsse dann auch der Gesetzgeber tätig werden.Lesen Sie auchRheinmetall arbeitet nach Worten Pappergers etwa mit der Telekom zusammen, um künftig Funkmasten zur frühzeitigen Erkennung von Drohnen in ganz Deutschland zu nutzen. Das Rüstungsunternehmen habe auch ein Frühwarnsystem entwickelt, das potenzielle Bedrohungen aus der Luft bereits im weiten Vorfeld erkennen, identifizieren und lückenlos verfolgen könne. Auch andere Rüstungskonzerne entwickeln Systeme zur Erkennung und Abwehr von Drohnen.Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), forderte eine Zentralisierung der Zuständigkeit für die Drohnenabwehr beim Bundesinnenministerium. Die bisher zu Leipzig vorliegenden Erkenntnisse „bestätigen die Dringlichkeit, auf die Bedrohung ziviler Infrastruktur durch Drohnen schnell neue Antworten zu finden“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitagsausgaben). „Wir brauchen eine zentrale Zuständigkeit statt einer Vielzahl föderaler Luftsicherheitsbehörden.“„Am Ende ist es nur dem Zufall und der Umsicht eines Busfahrers zu verdanken, dass ein großes Schadenereignis verhindert werden konnte“, sagte Röwekamp. Neben einer zentralen Zuständigkeit werde auch eine materielle Ausrüstung benötigt, „die die Vielseitigkeit der Bedrohung zuverlässig bekämpfen kann“. Die zentrale Zuständigkeit sollte „beim Bundesinnenministerium beziehungsweise der Bundespolizei liegen“.Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen übernommenFür die Drohnenabwehr an Flughäfen ist in Deutschland den Angaben zufolge derzeit die Bundespolizei zuständig. Daneben gebe es aber auch das Ende vergangenen Jahres eingerichtete Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) von Bund und Ländern. Die Bundeswehr solle wiederum eingreifen, wenn alle anderen Institutionen technisch überfordert seien. Eine zentrale Zuständigkeit gibt es derzeit also nicht.Im Fall der in der Nacht zum Mittwoch von einem Flughafenmitarbeiter in der Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine entdeckten Drohne in Leipzig hat inzwischen die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen übernommen. Es bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, erklärte sie am Donnerstagabend. Die Behörde habe die Ermittlungen „wegen der besonderen Bedeutung des Falles“ von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden übernommen.luwi mit AFP/dpa
Leipzig-Halle: Strack-Zimmermann erkennt Russland hinter Sprengstoff-Drohne – Rheinmetall-Chef spricht Mahnung aus - WELT
Russland habe ein Interesse daran, dass „Widerstand in der deutschen Öffentlichkeit erzeugt wird“, sagt die FDP-Politikerin. Rheinmetall-Chef Armin Papperger fordert Deutschland bei der Drohnenabwehr auf, „unbedingt etwas zu tun“.














