Durch die Verzögerung seien bislang "keine außerplanmäßigen Kosten" entstanden, erklärt das Ministerium. Der Vertrag läuft allerdings seit März 2025, während die Software noch nicht produktiv genutzt wird. Je später der Start, desto kürzer die Zeit, in der Baden-Württemberg Gotham tatsächlich einsetzen kann. Für den Herbst 2025 waren bereits erste Zahlungen angekündigt. Wie viel Geld bislang geflossen ist, beantwortet das Ministerium weiterhin nicht.

Auch die Anzahl der beschafften Lizenzen bleibt geheim. Sie sei Bestandteil des Vertrags, heißt es. Die Lizenzen ermöglichten eine "uneingeschränkte Aufgabenwahrnehmung". Wie viele Polizist:innen damit arbeiten können, sagt das Ministerium nicht.

Andere Länder mit ähnlichen Erfahrungen

Auch in anderen Bundesländern, in denen Palantir genutzt wird, wurde es teurer als angekündigt und war später einsatzbereit als geplant. In Nordrhein-Westfalen war das Projekt zunächst mit 14 Millionen Euro veranschlagt. Später bezifferte das Innenministerium die Kosten auf 39 Millionen Euro: 22 Millionen für Lizenzen, 2,4 Millionen für Hardware und 13 Millionen für Leistungen weiterer Unternehmen. Statt 2020 konnte die Software erst im Mai 2022 genutzt werden. Millionenbeträge flossen schon vorher. Innenminister Herbert Reul (CDU) fasste die Fehleinschätzung später so zusammen: "Palantir ist nicht teurer geworden, sondern wir haben falsch eingeschätzt."