Palantir versichert, dass ein Abfluss von Daten technisch ausgeschlossen sei. In Baden-Württemberg ist zudem vertraglich geregelt, dass die Informationen der Polizei nicht transatlantisch angezapft werden dürfen und darauf vertraut die Landesregierung. Nach Angaben des Innenministeriums ist die Polizei bei Installation, Updates und Wartung von Gotham auf Palantir-Mitarbeiter angewiesen.

Derweil nimmt international die Skepsis zu. Im britischen Parlament schrieb der Technologieausschuss Anfang Juni in einem Bericht, die zunehmende Präsenz von Palantir im öffentlichen Sektor stelle "eine inakzeptable Schwachstelle dar". 2023 schlossen der staatliche Gesundheitsdienst NHS und Palantir einen Vertrag über 382 Millionen Euro ab. Aus Sorge vor einer zu großen Abhängigkeit von US-Datenanbietern, forderte der Ausschuss die Regierung nun aber dazu auf, die Ausstiegsklausel zu nutzen.

Die spanische Regierung hat staatlichen Unternehmen Anfang Juli untersagt, Verträge mit Palantir abzuschließen. Der französische Geheimdienst ersetzt Palantir durch den inländischen Anbieter ChapsVision, Premierminister Sébastien Lecornu erklärte dazu, er wolle "nicht vom guten Willen bestimmter Partner abhängen, die den Zugang zur KI jederzeit abdrehen könnten". Das Bundesamt für Verfassungsschutz kaufte Datenanalysesoftware zuletzt lieber bei ChapsVision als bei Palantir. Auch die Bundeswehr lehnt Palantir ab. Am 17. Juli beschlossen Frankreich und Deutschland, bei der Entwicklung einer gemeinsamen Plattform für militärische KI zu kooperieren. Die Bundesregierung teilte dazu mit, beide Staaten prüften den Aufbau einer "souveränen digitalen Infrastruktur", um Abhängigkeiten zu reduzieren. "In ganz Europa distanzieren sich Regierungen von der US-Softwarefirma Palantir", bilanzierte kürzlich die "Zeit".