Ein deutscher Film mit dem englischen Titel „Everytime“ wirft die ersten Fragen schon auf, bevor man noch die ersten Minuten gesehen hat. Denn so sehr sich das Adjektiv „jederzeit“ von selbst versteht, so sehr widerspricht es auch dem Medium Film. Dieses ist ja, wie die Theorie nicht müde wird zu betonen, „zeitbasiert“ – in jeder Sekunde eines Erzählfilms, aber auch eines Experimentalfilms, herrscht eine bestimmte Zeit, und nicht jede oder alle. Und was, wenn man „Everytime“ als Hauptwort lesen wollte? Thema von Sandra Wollners Geschichte über eine Mutter namens Ella und ihre beiden Töchter Jessie und Melli wäre dann „die Jederzeit“, also eine unmögliche, nichtlineare Zeit, eine Verdichtung, bei der schon 120 Minuten – so lange dauert „Everytime“ in unserer Wirklichkeit – ein Kompromiss wären. Es ist jedenfalls empfehlenswert, eine gewisse Offenheit für die Unwägbarkeiten des Erlebens und Durchdenkens von Zeit mitzubringen, wenn man sich für diesen Film interessieren wollte. Und dafür gibt es viele gute Gründe.
Mehr als ein Psychodrama: Minichmayr in "Everytime"
In Sandra Wollners Film „Everytime“ spielt Brigit Minichmayr eine Mutter zweier Töchter – bis plötzlich eine von ihnen fehlt. Die Erinnerungen aber bleiben, und der Film lässt sie in unerwartete Richtungen fliegen.







