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Rumänien: Konzentrierte Hausse Trotz schwachen Wachstums, hoher ­Inflation, steigender Staatsschulden und politischen Vakuums läuft die Börse in Bukarest in diesem Jahr besser als der Rest Europas.

Blick auf die Börse Bukarest Foto: imago imagesBet and win: Gutes Geld gewinnen konnten Anleger mit einer Wette auf den Bet-Index der Börse Bukarest. Seit Jahresbeginn legte der Bucharest Exchange Trading Index in Euro gerechnet um 44 Prozent zu. Nur die KI-Börsen in Seoul (plus 55 Prozent) und in Taipeh (plus 48 Prozent) liefen noch besser.Der Bet ist stark konzentriert. Gut 60 Prozent seiner Marktkapitalisierung von umgerechnet 28,5 Milliarden Euro entfallen auf die Banca Transilvania (18,3 Prozent) und die Energiekonzerne OMV Petrom (16,1), Romgaz (14,4) und Hidroelectrica (12,0). Die hohe Gewichtung von Energie und Finanzen hat die Hausse in diesem Jahr befeuert, auch wegen des vergleichsweise geringen Streubesitzes.Patriotische PensionskassenAn OMV Petrom hält der Wiener Energiekonzern OMV 51,2 Prozent, der rumänische Staat 20,7 Prozent. Noch höhere Staatsanteile haben Romgaz (70 Prozent) und Hidroelectrica (80 Prozent).Die hohen Gewinne am rumänischen Aktienmarkt wurden zusätzlich getrieben durch lokale Kapitalzuflüsse. Rumänische Pensionskassen investieren überwiegend in der Heimat und legen etwa 20 bis 25 Prozent ihrer Beiträge in Aktien an, den Rest in Staatsanleihen.Rumänien ist unlängst nur knapp einer Herabstufung seiner langfristigen Schulden auf Ramsch entgangen. Fitch beließ das Rating noch auf der niedrigsten Investmentstufe BBB- mit negativem Ausblick.Seit die Regierung des Liberalen Ilie Bolojan über einen Misstrauensantrag Ende Mai gestürzt war, ist das Land ohne Regierung. Das politische Vakuum blockiert die dringend benötigte Haushaltssanierung und könnte den für frühestens 2029 geplanten Euro-Beitritt zeitlich nach hinten schieben.Bei einer Prüfung der Europäischen Zentralbank im Juni verfehlte Rumänien drei von vier Beitrittskriterien: Die Inflation lag bei 8,4 statt maximal 2,7 Prozent, das Defizit bei minus 7,9 statt minus 3,0 Prozent, die Rendite langfristiger Staatsanleihen bei 6,7 statt 5,1 Prozent. Nur die Staatsschuldenquote erreichte mit 59,3 Prozent das Ziel von 60 Prozent. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick