Rumäniens Politik ist seit dem EU-Beitritt des Landes im Jahr 2007 ein zäher Kampf zwischen Reformkräften und korrupten Seilschaften, die ihre historischen Wurzeln in der einstigen kommunistischen Nomenklatura haben. Die Postkommunisten und ihre Verbündeten haben mehrmals den Durchmarsch versucht. Mit ihrem Versuch, alle staatlichen Institutionen zu kapern, sind sie aber immer wieder an Widerständen aus der Gesellschaft und Teilen der Justiz gescheitert.Die scheinbaren Erfolge der ReformerDie Erfolge der Reformkräfte in diesen Abwehrkämpfen ließen danach regelmäßig für einen Moment den Eindruck entstehen, sie hätten die Oberhand gewonnen. Doch dann zeigte sich bisher stets, dass sie ihre zeitweise Stärke vor allem der Tatsache zu verdanken hatten, dass sich eine Fraktion der nepotistischen Elite aus taktischen Gründen auf ihre Seite geschlagen hatte, um sich im Ringen mit anderen Seilschaften einen Vorteil zu verschaffen.Mit dem Versuch, den aus Deutschland stammenden Bürgermeister der Großstadt Timișoara (Temeschwar) Dominic Fritz unter fadenscheinigen Vorwänden abzusetzen, geht diese Auseinandersetzung in eine neue und – wieder einmal – entscheidend wirkende Runde.Wie sie weitergeht, wird maßgeblich vom Verhalten der EU abhängen. Ihr Eingreifen hat in der Vergangenheit schon mehrmals den Ausschlag zugunsten der Reformer gegeben. Denn die EU kann das vorenthalten, was die Kräfte des Sumpfes am meisten interessiert: Geld.
Rumänien: Die EU und der Kampf um Dominic Fritz
Das Ringen zwischen Reformern und korrupten Seilschaften in Bukarest geht in die nächste Runde. Wie es ausgeht, liegt auch an Brüssel.











