Rekordjagd an den Börsen: Der Boom bei den Aktien hat sich jüngst sogar noch beschleunigtBanken wie die UBS erwarten weitere Kursgewinne. Treiber der Euphorie ist ein starkes Gewinnwachstum. Der Aufschwung erfasst zunehmend auch europäische Aktien.05.08.2026, 14.10 Uhr3 LeseminutenBörsengebäude in New York: Der derzeitige Boom wird von amerikanischen Aktien angeführt. Der Index S&P 500 hat sich seit Anfang 2023 verdoppelt.Nicolas Economou / ImagoDie Börse kennt derzeit nur eine Richtung: nach oben. Rund um den Globus notieren die Aktienmärkte auf einem Rekordhoch. Eindrücklich sind die Gewinne etwa beim amerikanischen Index S&P 500. Seit Anfang Jahr hat dieser bereits um 13 Prozent zugelegt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Performance ist umso beachtlicher, als die amerikanischen Aktien bereits in den drei vorherigen Jahren hohe Profite erzielt haben. Notierte der S&P 500 zu Beginn des Jahres 2023 noch bei 3800 Punkten, so hat er sich inzwischen auf 7700 Punkte mehr als verdoppelt.Der Optimismus der Investoren beschränkt sich aber keineswegs auf die USA: Der europäische Index Euro-Stoxx 50 ist im laufenden Jahr um 12 Prozent gestiegen, der Swiss-Market-Index um 9 Prozent. Die kräftigsten Avancen erreichten jedoch die asiatischen Börsen, welche vom Boom der künstlichen Intelligenz (KI) profitieren konnten. Die Aktienindizes von Südkorea und Taiwan sind seit Januar um über die Hälfte gestiegen.Der Auslöser für das jüngste Kursrally war die Ankündigung von US-Finanzminister Scott Bessent, wonach eine Einigung mit Iran und damit eine Öffnung der Meerenge von Hormuz kurz bevorstehe. Dies führte zu einem Preisrückgang beim Erdöl und nährte die Hoffnung, dass auch die Inflationsraten bald wieder sinken. Dies könnte zudem die Notenbanken davon abhalten, die Leitzinsen anzuheben.Ein Gewinnwachstum von 30 ProzentDer wichtigste Treiber für den Börsenboom ist allerdings die positive Ertragsentwicklung bei den Firmen. Gemäss der Bank UBS könnte das Gewinnwachstum je Aktie im S&P 500 im laufenden Jahr die Marke von 30 Prozent erreichen oder gar übertreffen. «Starke Unternehmensgewinne und eine solide Konjunktur untermauern unsere Erwartung, dass die Aktienindizes weiter steigen werden», sagt Mark Haefele, Chief Investment Officer bei UBS Global Wealth Management.Bei den jüngsten Quartalszahlen haben laut der UBS 80 Prozent der Unternehmen die Gewinnerwartungen des Marktes übertroffen. Die Firmen im S&P 500 verzeichneten ein solides Umsatzwachstum von 11 Prozent und konnten überdies ihre Gewinnmargen weiter ausbauen, wie auch die Genfer Privatbank Lombard Odier in ihrem aktuellen Marktbericht schreibt.Als Pluspunkt sei zu werten, dass der Boom inzwischen viel weniger abhängig sei vom Bereich der künstlichen Intelligenz. «Die Investitionen erstrecken sich zunehmend über den Technologiesektor hinaus und erzeugen positive Ausstrahlungseffekte, beispielsweise in Industriezweigen wie Fracht und Logistik, Bauwesen und Maschinenbau», wie Lombard Odier den optimistischen Börsenausblick begründet.Delle bei den Tech-Aktien ist ausgebügeltNoch im Juli hatten Technologieaktien deutlich an Wert verloren. Ein Grund war die wachsende Konkurrenz von neuen Anbietern aus China. Aber auch diese Sorgen sind bereits wieder verflogen: Die Technologiebörse Nasdaq konnte seit letzter Woche fast 9 Prozent an Wert zulegen. «Wir stehen der KI weiterhin positiv gegenüber, halten jedoch ein diversifiziertes Engagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette für entscheidend», erklärt Mark Haefele von der UBS.Als Beispiel nennt er Caterpillar, den weltgrössten Hersteller von Baumaschinen. Die amerikanische Firma profitiert vom Bau neuer Rechenzentren sowie vom Boom in der Stromerzeugung. Der Aktienkurs ist dieses Jahr bereits um über die Hälfte gestiegen. Aus demselben Grund erlebt auch der Schweizer Industriekonzern ABB einen Höhenflug an der Börse. Mit einem Plus von 38 Prozent ist er der grösste Gewinner im Swiss-Market-Index.Die UBS empfiehlt Anlegern, den Fokus vermehrt auf europäische Aktien zu legen. «Wir erwarten, dass die Aktien der Region ihre Ertragsflaute überwinden werden», schreibt die Bank in ihrer Marktanalyse. Das jährliche Gewinnwachstum werde etwa 17 Prozent erreichen, wobei der grösste Anteil vom Energiesektor stamme. Der europäische Kontinent werde ebenfalls von den globalen Trends der Elektrifizierung und Automatisierung profitieren können.Trotz der gegenwärtigen Zuversicht an den Finanzmärkten: Der Wind könnte rasch wieder drehen. Vor allem im KI-Sektor sind die Aktienbewertungen inzwischen so hoch, dass bereits kleinste Abweichungen von den Wachstumsprognosen zu Enttäuschungen führen. Das musste zuletzt SpaceX erfahren. Beim KI- und Satellitenkonzern genügten hohe Investitionen für neue Rechenzentren, um einen Kurssturz auszulösen.Ein Warnsignal sind ebenso die hohen Zinssätze bei den amerikanischen Staatsanleihen. Wegen der wachsenden Verschuldung und der hartnäckigen Inflation verlangen die Gläubiger bei den langfristigen Staatsobligationen so hohe Zinsen wie letztmals im Jahr 2007. Sollten diese aber weiter ansteigen, so nähme der Spardruck auf die Staaten zu. Und auch die Investitionen der Firmen, namentlich im KI-Bereich, würden sich spürbar verteuern.Passend zum Artikel
Rekordjagd an den Börsen: Aktien steigen weiter unaufhaltsam
Banken wie die UBS erwarten weitere Kursgewinne. Treiber der Euphorie ist ein starkes Gewinnwachstum. Der Aufschwung erfasst zunehmend auch europäische Aktien.
Der S&P 500 ist heuer um 13% gestiegen mit Gewinnwachstum von 30%, getrieben nicht nur durch KI sondern auch durch Infrastruktur, Industrie und Logistik. Für IT-Manager bedeutet dies stabile Investitionszyklen in Data-Center und Automation, aber hohe Bewertungen im Tech-Sektor schaffen Korrekturrisiko falls Earnings enttäuschen.











