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Konflikt mit China: Legt Trump bald die Axt an eine Wurzel der KI-Industrie? Eine neue Volte im Handelsstreit zwischen den USA und China könnte die KI-Branche ins Chaos stürzen. Für risikoaffine Anleger kann das eine Chance sein.
Glasfaserverbindungen sind für KI-Rechenzentren überlebenswichtig Foto: IMAGO/Connect ImagesWenngleich der Iran-Krieg die geopolitische Diskussion beherrscht, hat Donald Trump seine alte Fehde mit China nicht vergessen. Mit einem geplanten Einfuhrverbot für optische Konnektoren könnte der US-Präsident jedoch für unkontrollierbare Verwerfungen sorgen – insbesondere für die KI-Branche. Doch es gibt auch potenzielle Profiteure unter ihnen: den finnischen Netzwerkausrüster Nokia.Zunächst muss klar sein, worum es geht: optische Transceiver. Diese Verbindungsstücke wandeln elektrische Signale wie etwa in den Serverschränken der Rechenzentren in optische Signale um, die sich durch Glasfaserkabel schicken lassen. Die Funktionsweise ist so einfach erklärt, wie die Bauteile für den Betrieb eines KI-Rechenzentrums unersetzbar sind: Bandbreite, Geschwindigkeit, die möglichen Sendedistanzen und die Fehlertoleranz – alles hängt an entsprechend leistungsfähigen Transceivern.Insider-Berichten von Bloomberg und Reuters zufolge bereitet die US-Netzagentur FCC auf Druck der Regierung ein Importverbot für Komponenten aus China vor. Das würde unter anderem Eoptolink Technology und Zhongji Innolight treffen. Das Problem: „Die Annahme, dass sich der Markt für optische Transceiver geografisch klar abgrenzen lässt, beruht auf einem falschen Verständnis der Funktionsweise des Hardware-Ökosystems“, schreibt der Branchenanalyst Neil Shah in einer aktuellen Analyse. Sein Argument: Die Chinesen können etwas, was die westliche Konkurrenz weniger gut beherrscht: Masse.Chinesische Dominanz, amerikanische KursgewinneNur vier chinesische Unternehmen – Innolight, Eoptolink, Dongshan Precision und Accelink – stehen für 55 Prozent des Marktes. Selbst unter der Annahme, dass die Produkte unterschiedlicher Hersteller komplett austauschbar sind, macht dieser Marktanteil einen kompletten Ausschluss chinesischer Produkte auf dem Weltmarkt nahezu unmöglich. Ob das Trump daran hindert, ist jedoch offen. Der US-Präsident hat in der Zollfrage oft genug gezeigt, dass ihm mit reiner Rationalität nicht beizukommen ist.Das weiß auch der Markt, weswegen allein die Berichte über mögliche Einfuhrbeschränkungen die Kurse von Innolight und Eoptolink unter Druck setzten. Für US-Hersteller – die rund 22 Prozent des Marktes abdecken – waren die Nachrichten dagegen eine Unterstützung. Die Kurse von Applied Optoelectronics und Coherent machten einen ordentlichen Satz nach oben.Nokia im Schatten der KI-GewinnerAus europäischer Sicht fällt der Blick auf Nokia. Der frühere Handy-Hersteller ist heute wichtiger Zulieferer im Netzwerkgeschäft – insbesondere bei Funkturm-Ausrüstung. Klassische Telekommunikationsunternehmen machen weiter vier Fünftel der Nokia-Kunden aus – Rechenzentren und KI-Unternehmen stehen nur für zehn Prozent des Geschäfts.Das erklärt auch, wieso der Nokia-Kurs weder vom ursprünglichen KI-Hype, noch von der jetzigen Nachricht in ähnlichem Maße profitiert hat. Doch das kann sich ändern. Je nachdem, wie ein Exportstopp in den USA umgesetzt würde, könnte das Geschäft profitieren – im vergangenen Quartal wuchsen die Umsätze der Sparte bereits um 14 Prozent. Dass nicht noch mehr Wachstum möglich war, liegt an den mangelnden Kapazitäten. Aus Analystensicht ist das aber ein branchenweites Problem. Umgekehrt heißt das aber auch: Sollte sich das Unternehmen entscheiden, in die Ausweitung der Produktion zu investieren, ist die Nachfrage nahezu gesichert. Ein Exportstopp für chinesische Produkte durch die USA könnte hier ein Signal sein.Andererseits ist es jedoch auch schwer vorhersehbar, wie sich die Branche nach einem solchen Schritt verhalten wird. Das liegt vor allem an der komplizierten Wechselwirkung in der Lieferkette. Eoptolink und Innolight beispielsweise sind selbst auch von westlichen Zulieferern abhängig, darauf weist auch Analyst Shah hin. Hierzu gehören unter anderem die US-Unternehmen Broadcom und Marvel.Insgesamt würde ein zu einfach strukturiertes Verbot das internationale Liefergeflecht empfindlich stören – mit potenziell drastischen Folgen für den weiteren Ausbau der KI-Infrastruktur. Dass das in Trumps Sinne ist, darf bezweifelt werden.Für Anleger bietet die Situation Renditechancen, sollten sie bei den westlichen Unternehmen einsteigen. Doch eine Gewinngarantie gibt es nicht. Stattdessen könnte eine Lieferkettenkrise bei den Komponenten für Rechenzentren auch der Anfang vom Ende des KI-Trades an den Börsen sein, da die erhofften Gewinne aus den Milliardeninvestitionen der Hyperscaler sich dann noch weiter in die Zukunft verschieben. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick







