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Trauerfeierlichkeiten für den bei einem Bombenangriff getöteten Ayatollah Chamenei im Iran. Foto: dpa Hormus-Maut: Schenkt Trump den Mullahs nun 50 Milliarden Dollar – pro Jahr? Ein Deal zwischen dem Oman und dem Iran zu einer Hormus-Maut steht offenbar. Das Regime in Teheran wird der große ökonomische Gewinner des Krieges sein.
Iran und Oman haben sich laut dem iranischen Außenministerium auf eine gemeinsame Route für Handelsschiffe durch die Straße von Hormus geeinigt. Beide Länder, zwischen denen die für die Weltwirtschaft so wichtige Meerenge liegt, befürworten zudem eine Maut für Schiffe, die den Wasserweg passieren. Teheran will demnach fünf bis sieben Prozent vom transportierten Warenwert kassieren, dem Oman schweben drei Prozent vor.Allein Rohölexporte aus Golf-Anrainerstaaten via Hormus brächten dem Mullah-Regime bei einem Ölpreis von 75 Dollar je Barrel damit rund 35 Milliarden Dollar Zusatzeinnahmen. Etwa 18 Millionen Barrel nichtiranisches Öl passierten die Meerenge vor dem Krieg jeden Tag. Hinzu kommen signifikante Mengen weiterverarbeiteter Ölprodukte wie Diesel und Kerosin, Flüssigerdgas (LNG) und sonstige Waren. Am Ende könnten sich die Mauteinnahmen auf mehr als 50 Milliarden Dollar pro Jahr summieren.Auch dürfte sich der Iran eine Lockerung oder gar ein Ende der Ölexportsanktionen in einen Friedensvertrag hineinverhandeln. In den kurzen Phasen gelockerter Sanktionen exportierte das Land etwa 2,2 Millionen Barrel am Tag. Das entspricht Einnahmen von weiteren 60 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Mittelfristig ist sogar ein Ausbau der Fördermengen denkbar. Zur Einordnung: 2024 exportierte der Iran insgesamt Güter im Wert von gerade einmal 105 Milliarden Dollar.US-Zölle Dieser Mann ist Donald Trumps neues Milliardenrisiko von Sonja ÁlvarezHinzu kommt, dass der Iran seinem bislang wichtigsten Abnehmer China hohe Rabatte gewähren musste, wenn der vom Westen sanktioniertes Öl kauft. Werden die Sanktionen aber gelockert oder aufgehoben, könnte Teheran sein Öl zum Weltmarktpreis verkaufen. Auch das würde mehr Geld generieren.Argument für mehr PipelinesAbsehbar ist also schon jetzt, dass das Mullah-Regime in Teheran nach einem Friedensschluss als großer ökonomischer Gewinner aus dem Krieg hervorgeht und signifikant mehr Geld zur Verfügung haben wird, um die eigene Macht im Lande zu zementieren. Vom ursprünglichen Ziel, der Bevölkerung mehr Freiheit zu verschaffen, ist das Land damit weiter entfernt als vor dem Krieg.Für die Weltwirtschaft dürften die fünf bis sieben Prozent Maut kurz- bis mittelfristig spürbar sein, flossen doch vor dem Krieg 20 Prozent des weltweiten Ölbedarfs durch die Straße von Hormus. Zugleich aber wollen Staaten wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und der Irak ihr Pipelinenetz massiv ausbauen, um das Öl (und womöglich auch Gas) an der Straße von Hormus vorbei zum Mittelmeer, zum Roten Meer und in den Golf von Oman zu bringen.Der Irak etwa hat bereits eine Pipeline-Auftragsvergabe im Eilverfahren durchgedrückt. Die VAE bauen schon an einer neuen Röhre. Tatsächlich wäre ein Transport von Öl durch Pipelines etwa nach Europa deutlich billiger als über den jetzigen Seeweg. Eine Gaspipeline von Katar über Syrien direkt nach Europa, wie sie zurzeit erwogen wird, könnte ebenfalls mit einer Maut einen neuen Schub erhalten. Langfristig werden die Einnahmen des Iran voraussichtlich damit also wieder etwas sinken.US-Präsident Donald Trump sprach am Dienstagabend von einer kurz bevorstehenden Öffnung der Straße von Hormus. In der Einigung zwischen dem Oman und dem Iran wird die Maut offenbar als „freiwillig“ deklariert, wie es die USA fordern. Das gibt Trump einen halbwegs gesichtswahrenden Ausweg, hatte er doch immer wieder gefordert, dass die Passage durch die Meerenge frei sein muss.Diese Freiwilligkeit, davon gehen Beobachter aus, dürfte vor allem auf dem Papier existieren. So könnte der Iran die Abgabe de facto zum Zwang machen, indem das Land nur im Falle einer Zahlung die Sicherheit vor Seeminen garantiere. Das würde Reeder zwingen, um keine exorbitant hohen Versicherungsprämien zu zahlen, die Gebühr zu überweisen. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick















