PfadnavigationHomePolitikAuslandKrieg in NahostHormus‑Abkommen fast fertig – Iran will offenbar hohe Transit-GebührenStand: 08:01 UhrLesedauer: 4 MinutenMarcel Kolb, Experte für maritime Sicherheit, analysiert die aktuelle Lage der US-Raketenabwehr und erklärt, wie begrenzte Bestände und lange Produktionszeiten die militärische Handlungsfähigkeit beeinflussen. „Israel bleibt militärisch stark.“Ein geplantes Abkommen zwischen Iran und Oman könnte Teheran ermöglichen, für die Passage durch die Straße von Hormus hohe Gebühren für die Durchfahrt zu verlangen. Insider sprechen von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts.Das geplante Abkommen zwischen Iran und Oman über die Kontrolle von Schiffsdurchfahrten, etwa von Öltankern in der Straße von Hormus, steht laut Angaben aus dem Iran kurz vor einer Einigung. Die beiden Länder hätten sich auf geografische Koordinaten für die Passage geeinigt, zitierte die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna Außenamtssprecher Ismail Baghai.Insidern zufolge dürfe das Abkommen den Iran wirtschaftlich und politisch stärken. Die Einigung könnte es Teheran ermöglichen, hohe Gebühren von Schiffen zu fordern, die durch die Straße von Hormus in den Persischen Golf einlaufen, sagten ein Insider aus dem Iran sowie zwei Regierungsvertreter aus der Region am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Wenn das so komme, sei dies eines der bislang größten Zugeständnisse an den Iran.Nach Angaben des iranischen Insiders strebt der Iran Gebühren in Höhe von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts von Schiffen an, die die Meerenge passieren. Das könnte dem Iran viele Millionen Dollar einbringen – pro Tag. Der Oman strebt Gebühren von etwa drei Prozent an. US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt erklärt, es werde keine Gebühren für die Durchfahrt geben. Trump hatte kurzzeitig aber auch erklärt, die USA selbst würden Gebühren erheben. Viele Beobachter sehen die USA inzwischen aber in einer schwachen Position, in der sie dem Iran keinen Frieden zu ihren Bedingungen diktieren können.Lesen Sie auchEin Abkommen, das dem Iran die Kontrolle über den Zugang zur Meerenge einräumt, würde bedeuten, dass der von den USA und Israel begonnene Krieg gegen den Iran zu einer erheblichen Verschiebung des regionalen Machtgleichgewichts zugunsten Teherans führt. Trump hatte ursprünglich erklärt, der Ende Februar begonnene Krieg werde wenige Wochen dauern und mit der „bedingungslosen Kapitulation“ des Iran enden. Am Dienstag hatte Trump dem Sender Fox gesagt, die Straße von Hormus werde „sehr bald“ wieder geöffnet sein.Irans Vize-Außenminister Kazem Gharibabadi sagte der Nachrichtenagentur Irna, ein bedeutender Teil der neuen Route für die Schiffe verlaufe in iranischen Hoheitsgewässern. Sie sei so konzipiert, dass Handelsschiffe sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt diese Gewässer durchqueren müssten. Ein Insider sagte indes, über die Ausfahrt werde noch verhandelt.Lesen Sie auchEin Insider aus der Region sagte, es müsse auch noch geklärt werden, wie „Kontrolle“ über die Routen der Schiffe definiert werde. Verhandler aus der Golfregion bestünden zudem unter anderem darauf, dass die Zahlung von Gebühren freiwillig sei. Diese Freiwilligkeit könnte ein Ausweg etwa für die USA sein, ein Abkommen gesichtswahrend zu akzeptieren. Allerdings könnte die Freiwilligkeit nur auf dem Papier bestehen. Denn sollte der Iran Angriffe auf Schiffe androhen, dürfte kaum ein Reeder den Transit ohne Zahlung riskieren. Ähnlich hatte sich der Iran in den Vorwochen schon verhalten.Lesen Sie auch„Hinsichtlich einer gewissen Form der Kontrolle über die Straße von Hormus wurde bereits ein Zugeständnis gemacht“, sagte einer der regionalen Insider. Dabei hatten die USA wiederholt erklärt, sie würden niemals eine Vereinbarung akzeptieren, die es dem Iran ermögliche, den Zugang zur weltweit wichtigsten Handelsroute für Öl- und Gaslieferungen zu kontrollieren.Kommunikation mit Chamenei „momentan sehr schwierig“Die Kommunikation innerhalb der iranischen Regierung mit dem neuen obersten Führer, Modschtaba Chamenei, ist derzeit offenbar erschwert. Der iranische Präsident Massud Peseschkian bezeichnete die Kommunikation mit Chamenei am Mittwoch, als „momentan sehr schwierig“. „Es ist momentan sehr schwierig, mit ihm zu kommunizieren, aber auf jeden Fall ist seine Anwesenheit eine sehr große Quelle der Kraft für uns, um weiterzumachen“, sagte Peseschkian.Ayatollah Ali Chamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik gestanden hatte, war am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar getötet worden. Sein Sohn Modschtaba Chamenei wurde iranischen Angaben zufolge bei dem Angriff verletzt. Er wurde zum Nachfolger seines Vaters ausgerufen, trat bislang aber nicht öffentlich auf. Auch an den sechstägigen Trauerfeiern für seinen getöteten Vater nahm er offenbar nicht teil.Lesen Sie auchSeine Zurückhaltung in der Öffentlichkeit hat zu Spekulationen über das Verhältnis Modschtaba Chameneis zu anderen hochrangigen Politikern geführt. Peseschkian sagte nun, er habe produktive Gespräche mit ihm führen können und sei dabei auf „Freundlichkeit und eine sehr fundierte Logik“ gestoßen.„Leider ermöglicht die aktuelle Situation es einigen böswilligen Menschen, ihn anders darzustellen und ein anderes Bild von ihm zu vermitteln“, sagte der iranische Präsident weiter über den obersten Führer.RTR/nw
Straße von Hormus: Abkommen fast fertig – Iran will offenbar hohe Transit-Gebühren - WELT
Ein geplantes Abkommen zwischen Iran und Oman könnte Teheran ermöglichen, für die Passage durch die Straße von Hormus hohe Gebühren für die Durchfahrt zu verlangen. Insider sprechen von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts.













