Wegen des Rekord-Tiefstands der Donau musste Ungarn ein Atomkraftwerk abschalten. In Budapest werden deshalb die Wahrzeichen der Stadt nicht mehr beleuchtet.

Die unbeleuchtete die Budaer Burg in Budapest am 5. August

Bernadett Szabo/reuters

dpa/rtr | Budapest liegt ‌im Dunkeln: Um in der ‌Energiekrise Strom zu sparen, hat Ungarn die Beleuchtung für seine Wahrzeichen wie das neugotische Parlamentsgebäude, die Budaer Burg und die berühmte Kettenbrücke abgeschaltet. Die anhaltende Hitzewelle und der historisch niedrige Wasserstand der Donau zwingen das Land zu diesem Schritt. Der Grund: Das einzige Atomkraftwerk des Landes ist für die Kühlung auf den Fluss angewiesen. Wegen des Wassermangels musste es am Wochenende abgeschaltet werden – erstmals seit Jahrzehnten. Ausbleibende Regenfälle und die ‌Hitze haben ähnlich wie am Rhein auch an der Donau für Rekordtiefstände gesorgt. Die Temperaturen kletterten am Donnerstag in Ungarn auf mehr als 40 Grad.

Während Touristen enttäuscht auf die Sparmaßnahmen reagieren, zeigen viele Einheimische Verständnis für die Entscheidung. „Ich bin sehr enttäuscht, denn man kommt vielleicht einmal im Leben nach Budapest“, sagte die deutsche Touristin Silke Schneiders. „Ich bin gestern auf den Hügel gestiegen und habe gewartet, dass das Gebäude beleuchtet wird. Aber es passierte einfach nicht.“ Andere Besucher sehen es gelassener. „Klar ist das Mist, aber ich kann wertschätzen, was ich hier habe. Also keine große Sache“, meinte der Tourist Benjamin Thomas Tucker.