Die Not kam nicht von heute auf morgen, sie wuchs über Monate hinweg. Es begann im Winter. Als Meteorologen und Klimaforscher mit Blick auf Daten aus den Alpen bereits warnten, dass im zentralen Gebirge Europas, das 170 Millionen Menschen mit Wasser versorgt, wenig Schnee liegt. Die Erderwärmung ließ einmal mehr grüßen. Wenig Schnee bedeutet im Frühjahr automatisch wenig Schmelzwasser. Entsprechend floss deutlich weniger als üblich die Felsen hinab in Bodensee und Rhein. Womöglich wäre trotz dieser ausbleibenden Grundlast alles gut gegangen, hätte es in den ersten sieben Monaten des Jahres viel geregnet. Hat es aber nicht. Der Nachschub von oben ist also deutlich geringer als im Durchschnitt der vergangenen Jahrzehnte. Anfang Juni setzte dann auch noch große Hitze ein, die weiter anhält. Sie lässt überproportional viel Wasser in Bächen, Flüssen und Seen verdunsten. So kam eines zum anderen.