Zur Schließung des Café Julius im Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz (smac), dem früheren Schocken-Kaufhaus (in der Nazi-Zeit „Merkur“- und in der DDR „Centrum“-Warenhaus), äußert sich die Betreiberin Nirit Sommerfeld. Vor knapp zwei Jahren, genauer gesagt am 3. Oktober 2024, eröffnete sie das Café, das nach ihrem Großvater Julius Sommerfeld benannt wurde. Der rettete nicht nur ihren Vater, indem er ihn vor den Nazis nach Palästina in Sicherheit brachte, sondern bewahrte auch zahlreiche andere Chemnitzer Juden vor der Deportation. Er selbst konnte sich nicht retten, wurde 1940 im KZ Sachsenhausen ermordet.
Das nach ihm benannte Café im Archäologiemuseum wird seine Pforten Ende August schließen. „Der Mietvertrag läuft zum 31. August aus, auf eine Fortführung konnten wir uns mit unserer Vermieterin GGG nicht einigen. Zwar wurde uns eine finanzielle kurzfristige Zwischenlösung von drei Monaten angeboten, um dann wieder zu den jetzigen Mietzins-Konditionen zurückzukehren. Doch der Passus, der neu im Mietvertrag aufgenommen werden sollte und über den wir seit Mai mit Vertretern der GGG diskutieren, wurde uns trotz mehrfacher Nachfragen nicht schriftlich vorgelegt“, teilt die Betreiberin mit. Die städtische Gebäudewirtschaft mochte sich am Donnerstag zu „diesem sensiblen Thema“ vorerst nicht äußern.







