Es sind großartige Veranstaltungen des Dialogs, die Nirit Sommerfeld in ihrem kleinen Museumscafé im ArchäologieLandesmuseum smac in Chemnitz auf die Beine gestellt hat. Die umtriebige Künstlerin hat streitbare Geister auf ihr Goldenes Sofa gesetzt, will nach eigenem Bekunden den Dialog in der Stadt ihrer Vorfahren befördern – und immer auch über jüdisches Leben in der Stadt sprechen. Die jüdische Gemeinde der Stadt beäugt das Treiben der im israelischen Eilat geborenen Meinungsmacherin mit Skepsis, ja Ablehnung.
Der Grund: Sie macht keinen Hehl daraus, dass sie das Handeln der israelischen Regierung im Gaza-Streifen nach dem terroristischen Überfall der palästinensischen Hamas am 7. Oktober 2023 mit rund 1200 getöteten Israelis als einen Genozid betrachtet. Diese Sichtweise brachte ihr den Vorwurf des Antisemitismus und eine Ausladung zum Chemnitzer Friedenstag ein. Seither sind die Fronten verhärtet.
Ihr Café „Julius“, benannt nach ihrem von den Nazis ermordeten Großvater, der zahlreichen Chemnitzer Juden die Flucht ermöglicht hatte, muss nun schließen. Das hänge damit zusammen, dass sie sich mit dem Vermieter, der stadteigenen GGG-Gebäudewirtschaft, nicht auf eine Fortführung einigen konnte. Es ging wohl um die Miethöhe, vor allem aber um einen angeblich geplanten Passus im Mietvertrag, der ihr quasi die Diskussionsveranstaltungen auf dem Goldenen Sofa verboten hätte, behauptet Nirit Sommerfeld. Die GGG hat zu diesem Thema bislang nicht auf die am 6. August gestellten Fragen unserer Redaktion geantwortet.










