Der Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle beschäftigt auch am Donnerstag die Sicherheitsbehörden und sorgt für zahlreiche Spekulationen. Der Fund einer Drohne mit Sprengvorrichtung in unmittelbarer Nähe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow sei nach den Worten von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) „eine neue Gefahrenqualität“. Man habe es mit einem „hybriden Anschlagsszenario“ zu tun, sagte der Minister am Mittwochabend am zweitgrößten Flughafen Ostdeutschlands.
Wer hinter dem Drohnen-Vorfall steckt, ist bislang unklar. Dobrindt wollte sich nicht auf einen konkreten Täter festlegen, schloss jedoch staatliche Akteure nicht aus und sprach von möglichen „fremden Mächten“. Der Flughafen Leipzig/Halle hat seit Beginn des Ukraine-Krieges vor über vier Jahren eine zentrale Rolle beim Transport humanitärer und militärischer Hilfsgüter bis an die ukrainische Grenze übernommen.
Die Ermittlungen laufen nach Angaben der Behörden „in alle Richtungen“. In Politik, Sicherheitskreisen und der öffentlichen Debatte werden deshalb unterschiedliche Szenarien diskutiert. Ein Überblick über die wichtigsten Thesen.
1. Russland als Drahtzieher
Für eine Beteiligung Russlands sprechen aus Sicht vieler deutscher Militärbeobachter vor allem Motiv und Ziel. Der Flughafen Leipzig/Halle gilt als wichtiger Logistikknoten für Hilfslieferungen an die Ukraine. Ein Anschlag könnte Lieferketten stören, Unsicherheit erzeugen und zugleich ein politisches Signal an Deutschland und die Nato senden. Die Professionalität des Vorgehens – eine mit Sprengstoff und Zünder versehene Drohne, die gezielt in der Nähe ukrainischer Flugzeuge abgelegt wurde – passe nach Einschätzung einiger Sicherheitsexperten zu bekannten Mustern hybrider Operationen gegen kritische Infrastruktur. Auch der ukrainische Botschafter Oleksij Makejew äußerte einen klaren Verdacht. „Wer sonst könnte es sein als Russland?“, sagte er gegenüber Welt TV.











