Kioxias SSD-Baureihe GP1 umfasst die ersten Modelle, die zehn Millionen Input/Output-Operationen pro Sekunde (IOPS) schaffen sollen. Gedacht sind sie für KI-Server, bei denen Beschleuniger direkt auf die SSDs zugreifen. Die maximale Transferrate ist zweitrangig, stattdessen ist der eingesetzte XL-Flash-Speicher auf viele parallele und zufällige Zugriffe ausgelegt.

Ähnlich wie der neuartige High Bandwidth Flash (HBF) der Konkurrenten Sandisk und SK Hynix ist XL-Flash in mehr Speicherbereiche unterteilt, als es beim NAND-Flash für normale SSDs üblich ist. Die Zielsetzung ist jedoch unterschiedlich: Während HBF hohe Transferraten von mehreren Terabyte pro Sekunde erreichen soll, ist XL-Flash auf schnelle und latenzarme Zugriffe auf zufällige Adressen ausgelegt.

Um diesen Effekt zu verstärken, lässt Kioxia jede Zelle nur mit maximal zwei Bit beschreiben (Multi-Level Cells, MLC). Bei normalen SSDs gibt es diese Herangehensweise nicht mehr; dort sind drei, vier und selten fünf Bit pro Zelle üblich (TLC, QLC, PLC).

Besonders kleine Datenblöcke

Die zehn Millionen IOPS gelten für besonders kleine Datenblöcke von 512 Byte. Bei PC-SSDs sind 4 KByte bis 16 KByte große Blöcke üblich. Außer den IOPS nennt Kioxia bislang fast keine Spezifikationen. Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine sequenzielle Übertragungsgeschwindigkeit von gut 5 GByte/s. Bei größeren Blockgrößen wären über PCI Express 6.0 auch höhere Transferraten drin.