Am 5. August ist Tag der Unterwäsche – ein guter Anlass für einen Blick auf ihre eleganteste Spielart: die Dessous. Die Geschichte der Dessous ist eng mit der Geschichte der Unterwäsche verbunden und sie ist überraschend skandalträchtig. Das Wort selbst stammt aus dem Französischen und bedeutet schlicht „Unteres“. Gemeint ist eine Kategorie eleganter, hauptsächlich weiblicher Unterwäsche, die heute teils sogar als Accessoire getragen wird.Ihren Anfang nahm die moderne Damenunterwäsche um 1500. Zu Beginn der Renaissance setzte sich die Prüderie des spanischen Hofes in Europa durch und mit ihr ein striktes Modediktat.

Als Flachbrüstigkeit Pflicht war

Das Ideal der Zeit war die flache Brust. Erreicht wurde sie, indem man die weiblichen Rundungen in steife Unterleibchen presste, versteckt unter der Oberbekleidung.Aus diesen Schnürleibchen entwickelte sich später das Korsett. Es bestimmte das Erscheinungsbild der Damenunterbekleidung bis Anfang des 20. Jahrhunderts.Für die einfache Bevölkerung blieb dagegen das Hemd die Universalunterwäsche für alle Gelegenheiten. Wer es sich leisten konnte, besaß gleich mehrere, teils mit schmucken Verzierungen.Im 18. Jahrhundert setzte sich gepflegte Unterwäsche allmählich durch. Es entstand ein ganzer Wirtschaftszweig aus Weißnäherei, -handel und -wäschereien. Seidenunterwäsche blieb wegen des hohen Preises noch selten.