Wenn die Temperaturen auf über 35 Grad steigen, wird das Lüften zur wortwörtlichen Gradwanderung. Zwar öffnen viele die Fenster, sobald die Wohnung zu warm oder die Luft zu stickig wird, allerdings kann der gutgemeinte Griff zum Fenster auch nach hinten losgehen: Zur falschen Tageszeit sorgt Stoßlüften nicht für die gewünschte Abkühlung, sondern bringt zusätzliche Hitze in die Wohnung.Aber sollte man die Fenster deshalb tagsüber durchgehend geschlossen halten – selbst dann, wenn man im Homeoffice arbeitet? Ein Berliner Bauexperte rät davon ausdrücklich ab.

Fünfminütige Stoßlüftung zur Mittagszeit

„Bei extremer Hitze kann eine fünfminütige Stoßlüftung zur Mittagszeit sinnvoll sein“, erklärt der Restaurierungs- und Bauexperte Niall Mulhall im Interview mit Coway Europe, einem Hersteller von Luftreinigungs- und Wassertechnologie. Dabei gehe es allerdings nicht primär um einen Temperaturausgleich, sondern vor allem um den Austausch verbrauchter Luft.

Gleichzeitig betont der Fachmann, dass dauerhaftes Lüften bei extrem heißen Temperaturen keine gute Idee ist. Ist die Außenluft wärmer als die Raumluft, gelangt zwangsläufig Hitze ins Gebäude. Abgesehen vom kurzen Stoßlüften gelte daher weiterhin: „Sinnvoller ist es, Fenster und Verschattung tagsüber geschlossen zu halten und erst in den kühlen Nacht- oder frühen Morgenstunden intensiv zu lüften.“