Die Schweizerin Marlen Reusser kann sich nach dem Start in ihrer Heimat über Zeitfahrsieg und Gelbes Trikot freuen.

Anstrengend ist's schon: die Frau in Gelb, Marlen Reusser, nach Etappe 5

Gian Ehrenzeller/Keystone/dpa

Küsschen von Freund und Trainer im Backstagebereich, das Gelbe Trikot schon vorbereitet – besser konnte die Tour de France Femmes für die Schweizer Radsportlerin Marlen Reusser wohl kaum laufen. Zuerst hatte sie sich über den Start der Tour in ihrer Schweizer Heimat freuen können. Die erste Etappe in Lausanne fand auch ausgerechnet am Nationalfeiertag, der sogenannten Bundesfeier, statt. Reusser konnte sich da zwar noch nicht in Szene setzen – sie wurde 10. im Bergaufsprint einer zehnköpfigen Favoritinnengruppe. Aber sie wusste, dass sie noch ein Ass im Ärmel hatte: Das recht hüglige Zeitfahren zur Senfstadt Dijon bei der Rückkehr des Rennens nach Frankreich.

„Projekt Dijon“ hatten sie und ihr Trainer und Lebensgefährte Hendrik Werner die Vorbereitung auf das Zeitfahren genannt, durchaus in Anspielung auf die gelbe Farbe sowohl des Senfes als auch des Führungstrikots der Tour, wie Reusser später freudestrahlend berichtete. Bereits zu Weihnachten hatten sie es in Angriff genommen. „Es ist das erste Mal, dass ich eine Tour so angehe, von Beginn an als Teamleaderin. Ich wusste, wir starten in der Schweiz am Nationalfeiertag, ich wusste, Etappe vier ist ein Zeitfahren in Dijon, und wir sagten, es sei das Dijon-Projekt, mit der Senf-Assoziation und dem Gelb. Wir dachten, wir können das schaffen, und es hat funktioniert, ich bin sehr glücklich“, fasste sie Vorbereitung und präzise Planerfüllung in Worte.