Russische Flüchtlinge, die in Nachbarländern sind, werden dort kritisch beäugt. Dabei bringen sie die Volkswirtschaften auf Trab.

Mehr Rus­s*in­nen in Tbilissi führen zu Wirtschaftswachstum, aber auch zu viel höheren Mieten

Nicolo Vincenzo Malvestuto/imago

Nicht alle Russinnen und Russen sind hier willkommen: Wer in die Dedaena Bar am Fluss Mtkwari in der georgischen Hauptstadt Tbilissi will, muss ein Formular ausfüllen für ein sogenanntes Einlassvisum. Darin muss erklärt werden: „Ich habe nie Putin gewählt“, „ich verurteile den russischen Überfall auf die Ukraine“ und (die russisch besetzten georgischen Territorien) „Abchasien und Südossetien sind georgisch“.

Nach der russischen Vollinvasion in der Ukraine im Februar 2022 verließen rund eine Million Menschen Russland – oft in Richtung Nachbarstaaten, für die keine Visa gebraucht werden. Nach Angaben örtlicher Behörden flohen etwa 112.700 Menschen aus Russland nach Georgien, fast 150.000 nach Kasachstan, gut 110.000 nach Armenien und etwa 200.000 nach Serbien sowie in andere Länder wie die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Israel und europäische Staaten.