Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat Maßnahmen zum besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen in sozialen Netzwerken angekündigt. „Das heißt jetzt nicht, dass wir Kindern und Jugendlichen einfach mal so das Handy verbieten wollen“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nach einer Beratung mit einer Expertenkommission. Vielmehr gehe es darum, Anbieter zu altersgerechten Angeboten in sozialen Netzwerken zu bewegen und die Medienkompetenz der Heranwachsenden zu fördern.
Nutzung zeige bei 4 bis 5 Prozent krankhafte Züge
Der Gebrauch sozialer Medien gehört längst zum Alltag von Jugendlichen. Laut Studien nutzen über 90 Prozent von ihnen Social Media regelmäßig. Professorin Eva-Lotta Brakemeier von der Universität Greifswald verwies als Mitglied der von der Landesregierung eingesetzten Expertenkommission auf die Gefahren: Bei 4 bis 5 Prozent der 10- bis 17-Jährigen weise die Nutzung sozialer Netzwerke schon krankhafte Züge auf, bei weiteren 20 Prozent gebe es „riskante Nutzungsmuster“. Damit sei ein Viertel der Jugendlichen gefährdet, die Kontrolle über ihre Internetnutzung zu verlieren, berief sie sich auf entsprechende Untersuchungen.
Schwesig stellte sich hinter den Vorschlag der EU-Kommission, Kleinkinder unter drei Jahren vom Bildschirm fernzuhalten. Bei Kindern zwischen 3 und 13 Jahren solle der Konsum sozialer Medien begrenzt und unter Aufsicht erfolgen, älteren Jugendlichen ein selbstständiger Zugang zu altersgerechten Angeboten ermöglicht werden. Für die Unterstützung der EU-Initiative werde sie sich im Bundesrat einsetzen, sagte die SPD-Politikerin.






