Nur wenige Wochen nach der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada, die Fifa-Präsident Gianni Infantino als das „unglaublichste Ereignis in der Geschichte der Menschheit“ bezeichnet hatte, erlebt der weltweite Dachverband des Fußballs eine seiner schwersten Führungskrisen seit der Gründung. Infantino steht so stark unter Druck wie lange nicht mehr. Umstritten war der Fußballfunktionär in den vergangenen Jahren immer wieder, mittlerweile allerdings gibt es ernsthafte Zweifel, ob er beim Fifa-Kongress im März nächstes Jahres für eine vierte Amtszeit bestätigt wird. Auslöser ist der gescheiterte Plan, Teile der kommerziellen Rechte an der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Das milliardenschwere Vorhaben stieß bei zahlreichen Kontinentalverbänden und nationalen Fußballverbänden auf massiven Widerstand und wurde schließlich gestoppt. Seither mehren sich die Zweifel an Infantinos Führungsstil und seiner Zukunft an der Spitze des Weltverbandes.

Ein Freund, ein guter Freund: Gianni Infantino (l.) und Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten.

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Zusätzliche Brisanz erhielt die Affäre durch Berichte, wonach Infantino nach dem Scheitern des Projekts versucht haben soll, Unterstützung aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump zu erhalten. Demnach habe er mehrfach versucht, Kontakt ins Weiße Haus aufzunehmen, um sich politischen Rückhalt zu sichern. Die Fifa wies diese Darstellung allerdings entschieden zurück und bezeichnete die Berichte als frei erfunden. Ob es einen entsprechenden Anruf oder Kontaktversuch tatsächlich gab, ist damit bislang nicht belegt. Unabhängig davon wächst innerhalb der Fifa der Widerstand gegen den Schweizer. Vor allem Vertreter aus Europa und Asien kritisieren den zunehmend zentralisierten Führungsstil sowie mangelnde Transparenz bei wichtigen Entscheidungen. Hinter den Kulissen werden bereits mögliche Alternativen für die Präsidentschaft diskutiert.