Wird beim Haupt- und beim Zweitwein in der Qualität unterschieden? Unsplash Regina A. aus Z. schreibt, dass im Bordelais manche Châteaux einen sogenannten Zweitwein produzieren würden. Wie ist deren Qualität einzuschätzen?Zahlreiche renommierte Châteaux produzieren einen Wein als Zweitlabel. Meistens stammen die Trauben dafür von jüngeren Rebstöcken oder von Lagen, die weniger privilegiert sind. Solche Gewächse bieten die Möglichkeit, den Stil und den Charakter eines Weingutes kennenzulernen, ohne dass man gleich ein halbes Vermögen hinblättern muss.Namentlich in sehr guten Jahrgängen kann ein Zweitwein eine sehr gute Kaufoption sein. Er besitzt in aller Regel eine gute bis sehr gute Qualität, ist früher zugänglich und kann trotzdem einige Jahre gelagert werden. Eines der bekanntesten Beispiele ist der Forts de Château Latour. Preiswerter sind meine Empfehlungen: etwa der Clos du Marquis von Léoville Las Cases aus dem St.-Julien, der Réserve de Pichon Comtesse von Pichon-Lalande aus dem Pauillac oder der Croix de Beauséjour von Beauséjour J. Duffau-Lagarrosse aus dem St.-Émilion.Und ja, es gibt auch jene Käufer und Käuferinnen, die sagen, dass sie keine Zweitweine trinken würden. Sie verpassen bestimmt etwas.Fragen an: [email protected] Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.