Dreiundzwanzig Löschflugzeuge und elf Löschhubschrauber, dazu Hunderte Einsatzkräfte am Boden - und doch sind die Wald- und Buschbrände westlich von Athen bislang nicht in den Griff zu bekommen. Die sehr starken Winde hatten die Flammen am Wochenende so weit ausgebreitet, dass die Rettungskräfte nun immer wieder auch in Regionen anrücken müssen, wo Glutnester neu entflammen. Satellitenbilder zeigen unzählige Brandherde auf einer Fläche von gut 30 mal 30 Kilometern.Elf Ortschaften mussten im Laufe des Montags evakuiert werden, darunter der Küstenort Psatha am Golf von Korinth, wo die Flammen anschließend auch Häuser erreichten. Am Wochenende konzentrierte sich die griechische Feuerwehr auf zwei Fronten, die eine liegt im Gebiet der Ortschaft Agios Nektario im Kithairon-Gebirge, die andere nordwestlich der Stadt Megara mit gut 36 000 Einwohnern. Am Sonntagnachmittag wurden der Industriepark von Megara sowie mehrere umliegende Dörfer evakuiert.Nahe der Stadt Megara westlich von Athen versuchen Freiwillige, das Feuer mit Olivenzweigen zu bekämpfen. Louisa Gouliamaki/REUTERSDer griechische Zivilschutz hat die Menschen, die sich im Industriepark aufhalten, in einem Post auf der Plattform X aufgefordert, sich nach Megara selbst zu begeben. Die Stadt liegt rund 45 Kilometer westlich von Athen. Obwohl in der Region Hunderte Feuerwehrkräfte – auch aus Rumänien und Frankreich – und zahlreiche Löschflugzeuge im Einsatz sind, ist es bisher nicht gelungen, die Brände unter Kontrolle zu bringen.Medienberichten zufolge geht die Zahl der zerstörten Häuser in Griechenland in die Hunderte. Insgesamt sollen in der Region etwa 10 000 Hektar Fläche verbrannt sein; zahllose Nutz- und Wildtiere verendeten. Ein Sprecher der Feuerwehr teilte mit, dass landesweit bislang 13 Menschen wegen fahrlässiger Brandstiftung festgenommen worden seien.Schätzungen zufolge sind bislang 8000 Hektar verbrannt – eine fast so große Fläche wie die Stadt Weimar. Die Waldbrandgefahr bleibt hoch, auf Stufe vier von fünf in der betroffenen Region.Zwei Menschen sterben bei Zusammenstoß von LöschhubschaubernAm Sonntag waren bei der Waldbrandbekämpfung westlich von Athen zwei Löschhubschrauber zusammengestoßen, wodurch der Pilot und der Co-Pilot eines der beiden Helikopter ums Leben gekommen sind. Ihre Leichen wurden später gefunden. Die beiden anderen Piloten überlebten das Unglück und konnten ihren Helikopter mit einer Notlandung auf dem Boden bringen, berichtete der griechische Rundfunk. Damit stieg die Zahl der Toten auf fünf – bereits vergangene Woche waren drei Feuerwehrleute gestorben. Die Behörden haben die Ermittlungen zu dem Hubschrauber-Unglück aufgenommen.Auch auf der Insel Kefalonia wütet ein großer Waldbrand, auch dort wurde am Sonntag Medienberichten zufolge eine Evakuierung angeordnet.Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sprach von einer außergewöhnlichen Lage. „Es gibt Situationen, in denen Art und Intensität der Wetterereignisse jede menschliche Planung und jede operative Leistungsfähigkeit überfordern“, teilte er mit.Feuer in den NiederlandenIm Osten der Niederlande nahe der deutschen Grenze wütet seit Montag in einem Naturschutzgebiet ein Großfeuer. Die Feuerwehr ist nach Angaben der Behörden mit einem Großaufgebot im Einsatz, um den Brand in De Rosmolen bei der Ortschaft Oostrum zu bekämpfen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.Drei Löschhubschrauber der Armee sind im Einsatz. Ein Campingplatz mit etwa 300 Urlaubern wurde vorsorglich evakuiert. Der Bahnverkehr zwischen Nimwegen und Venray wurde eingestellt, da die Feuerwehrkräfte auch unmittelbar an den Gleisen im Einsatz waren. Die Feuerwehr legte eine Brandschneise in dem Wald an, und die niederländische Armee setzte einen Löschhubschrauber ein. Anwohner wurden aufgefordert, wegen des starken Rauches Türen und Fenster geschlossen zu halten.Im niederländischen Naturschutzgebiet De Rosmolen wütet ein Großbrand. Rob Engelaar/ANP/dpaErhöhte Waldbrandgefahr in FrankreichIn Frankreich warnt der Wetterdienst für diesen Dienstag vor einer erhöhten Waldbrandgefahr im Nordwesten des Landes. Auch in Mittelmeerregionen bleibe die Gefahr hoch, weil die Vegetation dort extrem ausgetrocknet sei und weiterhin starke Hitze herrsche, hieß es in einer Mitteilung. Die Gefahr dürfte demnach wegen zunehmender Winde im Verlauf der Woche erneut auf die höchste Alarmstufe ansteigen.Generell sind die meisten Feuer unter Kontrolle, die Lage im Land gilt als stabil. Angespannt bleibt die Situation vor allem im südfranzösischen Département Var, wo 1500 Feuerwehrleute gegen das Ausbreiten eines wieder aufgeflammten Brandes kämpfen. An der Atlantikküste bei Bordeaux, wo der in dieser Saison bislang schlimmste Brand gewütet hatte, kehren die Bewohner weiterer evakuierter Orte nach Hause zurück.In Le Porge waren Ende Juli zahlreiche Löschflugzeuge im Einsatz. Sarah Meyssonnier/Reuters Pool/AEntspannung in SpanienIn Spanien hat sich die Lage im Vergleich zu den vergangenen Wochen entspannt. Nach Angaben des Waldbrandportals „Incendios Forestales“ waren am Montag landesweit noch 47 überwiegend kleinere Wald- und Vegetationsbrände aktiv. Die Großbrände rund um die Hauptstadt Madrid lodern zum Teil noch weiter, sind aber unter Kontrolle.Waldbrände im US-Bundesstaat WashingtonAuch Nordamerika hat mit Waldbränden zu kämpfen. Im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA haben drei Großbrände ganze Wohngebiete verwüstet. Behördenangaben zufolge brannten dort mehr als 700 Häuser und andere Gebäude ab. Allein im Raum Spokane waren mehr als 65 000 Menschen dazu aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen - mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Gent Welsh von der Nationalgarde in dem Westküstenstaat verglich die Zerstörung in der betroffenen Region rund um Spokane mit einem „Kriegsgebiet“. Verletzte oder Tote seien bislang aber nicht gemeldet worden, hieß es am Montag.Dutzende Häuser sind einem Waldbrand im nördlichen Teil von Spokane im US-Bundesstaat Washington zum Opfer gefallen. Lindsey Wasson/AP/dpaDie Feuer seien vermutlich die „schlimmste Naturkatastrophe“ in dieser Region, sagte Washingtons Gouverneur Bob Ferguson. Dave Upthegrove, Beauftragter für staatliche Ländereien, sprach von einer „historischen Waldbrandsaison“, die schon relativ früh im Sommer verheerende Ausmaße erreicht habe. Seinen Angaben zufolge brennen derzeit in dem Bundesstaat 17 größere Feuer auf einer Fläche von über 100 000 Hektar Land. Etwa 5000 Einsatzkräfte kämpften in dem Bundesstaat gegen die Brände an.
Waldbrände: Evakuierungen wegen heftiger Waldbrände westlich von Athen
In Griechenland heizt der Wind immer wieder neue Glutnester an. Auch in den USA im Staat Washington kämpfen zahlreiche Einsatzkräfte gegen das Feuer.














