In Rumänien hat das Militär in den Verlauf der Donau eingegriffen, um die Energieversorgung des Landes zu sichern: Die Armee sprengte im Bett eines Donau-Arms einen Felsen, um mehr Wasser zum Kernkraftwerk Cernavodă zu leiten. Das AKW bezieht sein gesamtes Kühlwasser aus der Donau, deren Wasserstand dramatisch gesunken ist. Das Kraftwerk stand laut Angaben aus Bukarest in Ermangelung von Kühlwasser vor der Abschaltung.
Im Bett des Donau-Arms bei Izvoarele, etwa 50 Kilometer flussaufwärts von Cernavodă, sprengten Soldaten den durch die Dürre freigelegten Felsen. Dessen Trümmer sollen binnen zwei Tagen mit Lastkähnen an eine bestimmte Stelle in einen Donau-Arm gebracht und versenkt werden, um dort den Wasserstand zu erhöhen, sodass mehr Wasser zum AKW im Osten des Landes gelangt.Verteidigungsminister Radu Miruță bezeichnete die Sprengung als Erfolg. Man hoffe, dass diese dem AKW genügend Wasser bringen werde. Sicher sei, dass dadurch die Donau-Schifffahrt erleichtert werde. Sollte die teilweise Flussumleitung scheitern, müsse das AKW spätestens an diesem Donnerstag ganz abgeschaltet werden, sagte der Minister weiter.
Bereits vergangene Woche war einer der zwei Reaktoren in Cernavodă wegen Kühlwassermangels heruntergefahren worden. Zunächst hatten die Behörden auch die Abschaltung des zweiten Reaktorblocks erwogen, dies aber schlussendlich unterlassen und die Umleitung von Donauwasser beschlossen. Die Donau führt derzeit nur ein Drittel der Wassermenge, die durchschnittlich in dieser Jahreszeit gemessen wurde. Es wird erwartet, dass der Wasserstand in den nächsten Tagen weiter sinkt.










