Drohnenaufnahmen eines brachliegenden Reisfelds in Indonesien

Für Milliarden Menschen ist Reis ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Ein Forschungsteam ist in einer Studie nun zu dem Schluss gekommen, dass das für viele lebenswichtige Getreide wohl stärker von der Klimakrise betroffen ist als bislang angenommen.Bereits bei einer globalen Erwärmung von einem Grad ist laut den Berechnungen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) sowie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) mit einem Rückgang der Reiserträge von 8,1 Prozent zu rechnen. Dies sei ein mehr als doppelt so starker Rückgang als von bisherigen Erntemodellen berechnet, schreibt die Gruppe im Fachjournal »Science Advances«. Diese hatten den Rückgang auf 3,8 Prozent geschätzt.

»Die Abweichung zwischen Beobachtungen und Modellen scheint vor allem darauf zurückzugehen, dass viele heutige Erntemodelle Hitzeschäden während der Fortpflanzungsphase von Reis noch nicht ausreichend erfassen«, erklärt UFZ-Erstautorin Yiwei Jian. »Die Beobachtungen der Studie zeigen, dass Reis genau dann besonders anfällig für extreme Hitze ist, wenn sich Rispen und Körner entwickeln.«

Ein Reisfarmer bei der Arbeit

Die Autoren betonen, dass ihre Berechnung nicht als konkrete Prognose der künftigen Reisproduktion zu verstehen sei, da nur Temperatureffekte berücksichtigt wurden, nicht aber Auswirkungen durch andere Einflüsse wie etwa eine veränderte Verfügbarkeit von Wasser.