Die außergewöhnliche Hitzewelle Ende Juni hat die Erwartungen an Deutschlands Getreideernte deutlich gedämpft. Der europäische Getreidehändlerverband Coceral hat seine Ernteprognose für Deutschland innerhalb eines Monats um rund 1,4 Millionen Tonnen nach unten korrigiert. Als Grund für die außerplanmäßige Korrektur nennt Coceral ausdrücklich die Hitzewelle.Nach einer Analyse der Energy and Climate Intelligence Unit (ECIU), über die die Financial Times am Mittwoch berichtet, entspricht diese nach unten korrigierte Produktionsmenge einem Wert von rund 233 Millionen Euro. Damit zählt Deutschland zu den vier am stärksten betroffenen Ländern Europas.

Nur in einem Monat: Deutschland verliert 1,4 Millionen Tonnen Getreide

Europaweit senkte Coceral seine Prognose für die Getreideernte in der EU und Großbritannien innerhalb von vier Wochen um fast neun Millionen Tonnen. Statt der im Juni erwarteten 295,5 Millionen Tonnen rechnet der Verband nun nur noch mit 286,6 Millionen Tonnen.

Nach Einschätzung von Coceral traf die Hitzewelle den Weizen während der entscheidenden Kornfüllungsphase unter anderem in Süddeutschland, Frankreich, Österreich, Polen und Ungarn. Gleichzeitig beeinträchtigten die hohen Temperaturen bereits die Bestäubung der Maispflanzen. Frühjahrsgerste litt deutlich stärker unter der Hitze als Wintergerste.