PfadnavigationHomeRegionalesHamburgHamburger HauptbahnhofAusgeweitetes Alkoholverbot soll Drogen- und Gewaltprobleme verringernStand: 10:44 UhrLesedauer: 2 MinutenEin Hinweisschild zum Verbot von AlkoholkonsumQuelle: Christian Charisius/dpaHamburg weitet das Alkoholverbot am Hauptbahnhof auf Teile von St. Georg aus. Damit reagiert der Senat auf Beschwerden, wonach sich die Alkohol- und Drogenszene lediglich in angrenzende Straßen verlagert habe.Das Alkoholkonsumverbot am Hamburger Hauptbahnhof gilt seit dem Wochenende auch für weite Teile des angrenzenden Stadtteils St. Georg. In dem Gebiet darf man zwar Bier, Wein und andere alkoholische Getränke bei sich tragen, aber nicht trinken. Ziel sei es, „die alkoholkonsumbedingten Belastungen für die Menschen im Stadtteil spürbar zu reduzieren und damit die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern“, erklärte der Senat.Das Verbot rund um den Busbahnhof, Steindamm und Hansaplatz ist zunächst auf ein Jahr befristet. Weitere Einzelheiten wollen Polizeipräsident Falk Schnabel und der Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Mitte, Ralf Neubauer (SPD), am Montag bei einem Pressetermin am Hansaplatz vorstellen.Lesen Sie auchZuletzt hatte es immer wieder Beschwerden von Anwohnern gegeben, weil das seit 2024 geltende Verbot am Hauptbahnhof das Drogen- und Alkoholproblem lediglich räumlich verlagert hatte. Der Stadtteil St. Georg gilt als sozialer Brennpunkt. Die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten ging im vergangenen Jahr zwar um 5,9 Prozent zurück. Mit mehr als 29.000 Delikten ist St. Georg aber weiter der Hamburger Stadtteil mit den meisten Straftaten. Zum Vergleich: Auf St. Pauli wurden rund 13.000 Straftaten gezählt, die Kriminalität dort sank um 11,1 Prozent.Kontrollen, Videoüberwachung und „Weckstreife“Zusätzlich zum Alkoholverbot sollen Menschen in St. Georg vermehrt kontrolliert und ausländische Straftäter in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden. Den Angaben der Behörden zufolge haben die meisten Störer und Straftäter rund um den Hauptbahnhof keinen festen Wohnsitz und häufig auch kein Aufenthaltsrecht. Zugleich soll es mehr Unterstützung für suchtkranke und obdachlose Menschen geben.Lesen Sie auchUm die Sicherheit zu verbessern, hat die Polizei ihre Präsenz im Stadtteil verstärkt. Außerdem wurde die Videoüberwachung am Hauptbahnhof und auf dem Hansaplatz mit KI-unterstützter Technik ausgebaut. Zur Entlastung der Wohnquartiere hat die Polizei in diesem Jahr auch ihre „Weckstreife“ neu ausgerichtet, wie der Senat mitteilte. Die Beamten gehen morgens gegen 6.00 Uhr schwerpunktmäßig durch die Straßen rund um den Steindamm und Steintorweg, um schlafende Personen in Hauseingängen zu wecken, bevor die Bewohner das Haus verlassen.dfe, dpa