Sie hat sich nie gedrückt, wenn es schwierig wurde. Jetzt ist Nina Warken in einem Amt angekommen, das vor ihr noch nie eine Frau innehatte. Das ist umso bemerkenswerter, als die neue Chefin im Bundeskanzleramt sich sogar eine Feministin nennt.
Nina Warken weiß, was sich gehört. Die Freude und der Schuss Genugtuung sind der 48-Jährigen anzusehen, als sie vergangene Woche im Garten der künftigen Wirkungsstätte neben Friedrich Merz steht und vor laufenden Kameras dessen Elogen auf seine neue engste Vertraute zuhört. Das eigene Statement zu nutzen, um als Vorsitzende der Frauen-Union (FU) die eklatante Unterrepräsentanz von Politikerinnen in den Machtzentren der Union zu thematisieren, wollte sie sich aber nicht erlauben. Nur Gönner nicht aufbringen zur Unzeit, stattdessen die schlanke Reaktion der FU auf der eigenen Facebook-Seite: "Herzlichen Glückwunsch, Chefin!"
Ob sich Warken diese Zurückhaltung als strategische Leistung gutschreiben kann, steht noch lange nicht fest. Nicht nur als "Chefin BK", wie das neue Amt intern heißt, sondern auch an der FU-Spitze wird sie liefern müssen. Denn noch immer sind Frauenkarrieren in der Union allzu oft Zufallsprodukte oder große Überraschungen, weil Männer am Ende von Personalgesprächen einen Namen aus dem Hut zaubern, den selbst Insider:innen nicht aus dem Schirm haben.













