Der HC Davos steht vor einem erstaunlichen Transfercoup: Vinzenz Rohrer soll sich dem Rekordmeister anschliessenIm Ringen um den Stürmer Vinzenz Rohrer hat sich der HC Davos in die Pole-Position gebracht – obwohl die ZSC Lions den Österreicher gerne halten würden. Davos als Bestimmungsort für den vielschichtigen Angreifer: Das könnte passen.03.08.2026, 05.00 Uhr3 LeseminutenBald in Gelb-Blau zu sehen: der Zürcher Publikumsliebling Vinzenz Rohrer.IMAGO / Stefan Emch«Es ist noch nicht unterschrieben, aber auf gutem Weg», sagt einer, der das wissen muss. «Es», das ist der erstaunliche Wechsel von Vinzenz Rohrer zum HC Davos.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Rohrer, 21, ist ein in Zürich ausgebildeter österreichischer Nationalspieler, der das Ausländerkontingent in der Schweiz nicht belastet. Rohrer war 2022 ein Drittrundendraft der Montréal Canadiens; im Frühjahr beendete er die Saison nach dem frühen Play-off-Aus der ZSC Lions im AHL-Farmteam Laval Rocket (6 Spiele, 1 Tor / 2 Assists). Doch inzwischen scheint die Begeisterung an einer Fortsetzung der Liaison auf beiden Seiten erkaltet.Weshalb in den letzten Wochen in der National League ein Transfer-Wettstreit entbrannt ist. Der ZSC möchte ihn halten, wenn auch nicht zu jedem Preis. Der EV Zug erkor ihn zum Wunschkandidaten; der neue, unerfahrene Sportchef Ted Suihkonen reiste eigens nach Österreich, um Rohrer zu einer Unterschrift beim krisengeschüttelten EVZ mit seiner irrlichternden Vereinsführung zu bewegen. Vor einigen Wochen wandten sich dort die Spieler per Brief besorgt an den Verwaltungsrat und verlangten Antworten. Seither ist der Klub versucht, die Gemüter zu beruhigen. Kostspielige Transfers würden da helfen, aber im Moment scheint dem EVZ nicht einmal Geld aus der Patsche helfen zu können.Die Begeisterung zwischen ihm und Montréal ist erkaltetSorgen um die Reputation muss sich Davos nicht machen. Der Play-off-Finalist profitiert davon, dass sein Ansehen Spielerkreisen heute so gut ist wie seit der Ära Del Curto nicht mehr. Das Rohrer-Engagement ist möglich, weil der HCD seinen eigentlich eingeplanten siebenten Ausländer noch nicht gefunden hat. Und dementsprechend über genügend Manövriermasse im Budget verfügt, um den polyvalenten Angreifer unter Vertrag zu nehmen.Rohrer war 2024 und vor allem 2025 ein Kernelement der ZSC-Meisterequipen gewesen. Mit seiner unerschrockenen, unbekümmerten Spielweise hatte er einem routinierten Team reichlich Energie beigefügt. In der letzten Spielzeit blieb er mit nur 13 Skorerpunkten aus 50 Partien hinter den Erwartungen zurück; es schien, als hätte er Mühe damit, zu akzeptieren, wie schnell ihn Montreal im Herbst aus dem Kader strich.Nach der Rückkehr nach Zürich fehlte ihm die Leichtigkeit, die sein Spiel ausmacht. Als er gefragt wurde, weshalb es ihm nicht läuft, sagte er: «Ich kann darauf keine einfache Antwort geben. Vieles geschieht unterbewusst. Vielleicht ist es die Enttäuschung darüber, dass es noch nicht für die NHL gereicht hat. Aber ich versuche, gleich glücklich zu sein und Spass zu haben.»Rohrers Vater war Tennisprofi, aber der Filius entschied sich fürs EishockeyRohrer ist ein interessanter junger Mann. Er stammt aus Rankweil, einem Dorf in Vorarlberg nahe der Schweizer Grenze. Sein Vater Stefan Lochbihler war Tennisprofi und schaffte es in der ATP-Weltrangliste auf Platz 141. Auch Vinzenz denkt darüber nach, sich im Tennis zu verwirklichen, wird aber später sagen: «Es gefällt mir, dass im Tennis alles in deiner Kontrolle liegt. Du kannst niemandem sonst die Schuld geben, wenn du verlierst.» Aber es sei im Vergleich zum Eishockey so viel schwieriger, den Durchbruch im Tennis zu schaffen. «Wenn du die Nummer 600 der Welt bist, hast du Chancen auf einen NHL-Platz. Als Nummer 1200 kannst du vielleicht in der Schweiz gutes Geld verdienen. Im Gegensatz zum Tennis, wo du nicht davon leben könntest.»Er wechselt früh nach Zürich, weil das sein Sandkastenfreund (und heutiger NHL-Stammspieler mit einem Salär von fünf Millionen Dollar) Marco Rossi auch schon getan hat. Ein Leben für die Karriere, fürs Eishockey? Nicht ganz. Rohrer hat viele Interessen, zu Hause spielt er auf seinem eigenen Klavier, er hat sich das selbst beigebracht. Er übt sich täglich in der buddhistischen Meditationstechnik «Vipassana», auf die unter anderem auch Oprah Winfrey schwört. Er liest viel, etwa über die Kraft der Spiritualität.Er und der HCD: Das könnte passen. Mit seiner Tempofestigkeit passt er ins Kollektiv des Trainers Josh Holden. Und daneben könnte er im Kraft- und Kurort Davos durchaus zur Entfaltung finden.Passend zum Artikel
HC Davos vor Transfercoup: Vinzenz Rohrer wechselt wohl zum Rekordmeister
Im Ringen um den Stürmer Vinzenz Rohrer hat sich der HC Davos in die Pole-Position gebracht – obwohl die ZSC Lions den Österreicher gerne halten würden. Davos als Bestimmungsort für den vielschichtigen Angreifer: Das könnte passen.








