Knapp anderthalb Milliarden Dollar Einspielergebnis können nicht irren: „Barbie“ war im Sommer 2023 ein Riesenhit, nicht nur kommerziell. Auch acht Oscar-Nominierungen bekam die Komödie von Greta Gerwig (und gewann einen für den besten Filmsong von Billie Eilish). Und nun?Die US-Filmindustrie liebt Fortsetzungen. Allein dieses Jahr durften die Zuschauer schon „Super Mario 2“, „Minions 3“ und „Spider-Man 4“ bewundern, bald folgt „Avengers 5“. Dass „Barbie“ bislang noch kein Sequel bekommen hat, wie es im Hollywoodsprech heißt, kann man deshalb durchaus mindestens als außergewöhnlich bezeichnen.Laut einem Bericht der New York Times liegt es anscheinend an einem Streit ums Geld. Normalerweise sehen die Verträge von Schauspielern, oft auch von Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen, schon automatisch Klauseln für Fortsetzungen vor. Das ist eine gängige Methode der großen Filmstudios, auch die Sequel-Bedingungen schon zu einem Zeitpunkt zu verhandeln, an dem sie noch am längeren Hebel sitzen und nicht die Künstler. Sprich, bevor ein Film zum Hit wird. Im Fall von „Barbie“ ist das aber anscheinend nicht passiert, und jetzt hat das Studio Warner Bros. den Salat.Ryan Gosling im Porträt:King of HollywoodEr bewundert Stuntmänner, schweigt gern und war mal "fett und arbeitslos": Ein Treffen mit Ryan Gosling in Berlin zur Klärung der beliebten Frage, wie der Star denn eigentlich so ist.Die fehlende Vertragssicherheit mag daher rühren, dass schon „Barbie“, Teil eins nicht ganz leicht auf die Beine zu stellen war. Ryan Gosling zum Beispiel, der Barbies Boyfriend Ken spielt, musste lange überredet werden, die Rolle anzunehmen. Und Regisseurin Greta Gerwig wiederum soll sich geweigert haben, den Film ohne Gosling zu drehen. Also waren damals vermutlich alle Beteiligten froh, überhaupt einen einzigen Film juristisch unter Dach und Fach zu bekommen, von einem zweiten ganz zu schweigen.Nun haben Gerwig und ihr Ehemann Noah Baumbach, die schon gemeinsam das Drehbuch zum ersten Teil geschrieben haben, anscheinend längst ein Skript (oder zumindest einen Entwurf) zu „Barbie 2“ in der Schublade. Das berichtete der Hollywood Reporter bereits im Dezember 2024. Aber anscheinend weigern Gerwig und Baumbach sich, ihre Idee dem Warner-Studio zu präsentieren, solange das nicht die Verträge mit Margot Robbie und Ryan Gosling unter Dach und Fach bekommt. Und die Künstler haben ein sehr gutes Druckmittel: Alle vier werden von derselben Agentur vertreten, der mächtigen Creative Artists Agency (CAA). Die möchte, dass Gosling und Robbie prozentual an den Einnahmen beteiligt werden, die eine Fortsetzung einspielt. Der Prozentsatz allerdings soll dem Studio, genauer gesagt dessen Chef David Zaslav, viel zu hoch sein.Zaslav steht dieser Tage aus verschiedenen Gründen unter Druck: Sein Studio steht kurz davor, vom Konkurrenten Paramount in einem riesigen Deal (es geht um über 100 Milliarden Dollar) geschluckt zu werden. Da muss man ohnehin noch strenger auf die Bilanzen schauen als sonst. Was die Uhr aber zusätzlich ticken lässt für ihn: Warner muss bis spätestens Dezember mit der Vorproduktion von „Barbie 2“ beginnen, sonst fallen die Filmrechte zurück zum Plastikpuppenhersteller Mattel.Dieser Vertragsumstand könnte dazu führen, dass Warner eher früher als später einknickt und seinen Barbie-Stars gibt, was sie wollen. Aber selbst wenn beide Seiten sich in den nächsten Wochen handelseinig werden, dürfte es noch dauern bis zum Kinostart der Fortsetzung. Denn Robbie steckt gerade noch mitten in der Produktion zu einem „Ocean’s 11“-Prequel, und Gosling muss vorher noch den Marvel-Film „Ghost Rider“ drehen und seinen „Star Wars“-Film „Starfighter“ promoten.
Wo bleibt "Barbie 2"? Der Streit ums Geld
Ryan Gosling und Margot Robbie wollen angeblich mehr Geld als das Filmstudio zahlen will – und jetzt wird die Zeit knapp.










