Gadi Eisenkot war Armeechef, jetzt ist er zum Hoffnungsträger vieler Netanjahu-Gegner geworden. Doch wenn es um Bekenntnisse geht, bleibt er sehr vage.
Bühnenpräsenz ist was Anderes. Der aufstrebende Stern am Firmament der israelischen Opposition, Gadi Eisenkot, spricht so, wie man es von einem ehemaligen General und Militärchef erwarten könnte: monoton, stakkatohaft, ab und zu ein paar Verhaspler. Er mag vom Chaos im Land sprechen, vom 7. Oktober, von der Verzweiflung vieler Israelis, die ihr Land nicht wiedererkennen – keine Höhen und Tiefen in seiner Stimme. Ganz anders der, mit dem er es bei den Parlamentswahlen im Herbst aufnehmen will: Ministerpräsident Benjamin „Bibi“ Netanjahu. Selbst mit dem Rücken zur Wand vergisst der nie, wann eine rhetorische Pause ihren Zweck erfüllt, wann man sich am besten wegduckt und wie man so viel Sicherheit ausstrahlt, dass man jeden Krieg legitimiert kriegt.
Doch nicht alles ist schlecht an Eisenkots Gegenimage zu Netanjahu. Denn das ist er vor allem: Der Anti-Bibi. Nicht nur, aber auch in seinen rhetorischen Fähigkeiten. Jüngste Umfragen sprechen für ihn. Eine Erhebung des Fernsehsenders Reshet 13 prognostiziert Eisenkot und seiner „Jashar“-Partei für die Wahlen im Herbst 23 Sitze, einen mehr als der Partei seines Kontrahenten, Likud würde 22 erhalten.








