Im öffentlichen Raum zeichnet sich der nächste große Konflikt um die Privatsphäre ab. Im Zentrum der Debatte stehen Smart Glasses, Brillen mit integrierten Kameras und Künstlicher Intelligenz. Tech-Konzerne wie Meta sprechen bereits von den am schnellsten wachsenden Unterhaltungselektronik-Produkten der Geschichte. Doch vor allem in Europa wächst der Widerstand. Regulierungsexperten, Politiker und Aktivisten sehen in den Geräten ein großes Risiko für eine omnipräsente, unsichtbare Überwachung, die europäische Datenschutzprinzipien auszuhebeln droht.
Hierzulande warnt der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs nachdrücklich vor den Brillen, die seit dem Verkaufsstart neuer Modelle im Juni immer beliebter werden. Da der Kontrolleur für die Aufsicht der Meta-Dienste in Deutschland zuständig ist, hat seine Behörde die Brillen ausführlich getestet. Das Ergebnis ist laut einem ARD-Bericht eindeutig ausgefallen: Das unbemerkte Filmen in der Öffentlichkeit verstößt demnach eklatant gegen das Datenschutzrecht. Seine Behörde gehe deshalb schon gegen entsprechende Verstöße vor und verhänge auch Bußgelder.
Zugleich hält Fuchs nach der umfangreichen Prüfung ein vollständiges Verbot der intelligenten Brillen in Deutschland für gut möglich. Der Besitz und der Verkauf von Aufnahmegeräten, die als Alltagsgegenstände getarnt sind, ist in Deutschland gesetzlich untersagt. Da die Meta Smart Glasses von normalen Brillen kaum noch zu unterscheiden sind, stuft die Hamburger Behörde sie als getarnte Kameras ein. Für ein Verbot zuständig wäre die Bundesnetzagentur, die derzeit das weitere Vorgehen prüft. Kommt das Verbot, darf Meta die Brillen in Deutschland nicht mehr verkaufen.











