In Ceuta hat Europa ein Flashback erlittenEuropa hat diese Woche einen Schock erlitten, der viele an die Flüchtlingskrise 2015 erinnerte – man könnte von einem Flashback sprechen: Mehr als 50.000 Menschen gelangten am Donnerstag aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta, eine Stadt mit nur 83.600 gemeldeten Einwohnern. Die meisten sprangen ins Wasser und umschwammen den Wellenbrecher von El Tarajal. Mindestens 57 ertranken dabei.

Die Krise war dann erstmal schneller vorbei als erwartet. Bis Freitagabend sind nach spanischen Angaben 48.300 der Migranten freiwillig nach Marokko zurückgekehrt. Sie mussten in Ceuta im Freien schlafen, die Läden, Bars und Tankstellen von Ceuta waren geschlossen, Wasser war kaum zu bekommen. Vor allem war den meisten klar geworden, dass es von Ceuta aus nicht aufs europäische Festland weitergeht.

Marokkanische Migranten bei der Rückkehr aus Ceuta am Freitag

Wie es zu dem plötzlichen Ansturm kommen konnte, ist immer noch unklar. Es gibt Hinweise darauf, dass Marokkos Sicherheitskräfte die Menschen an der Grenze passieren ließen oder sogar ermutigt haben, wie die »New York Times« berichtete. Das könnte bedeuten, dass eine politische Botschaft aus Rabat an Madrid dahintersteckt.